Lura & Angélique Kidjo 2016 © Lionel Flusin
Angélique Kidjo holte Lura höchstpersönlich nach Montreux.

Im Februar dieses Jahres hat Angélique Kidjo, die grosse Sängerin Afrikas, ihren dritten Grammy für das beste World Music Album «Sings» gewonnen. Zu Ehren des 50sten Jubiläums des Montreux Jazz Festivals hat «Mama Afrika» Angélique Kidjo aus Benin am Sonntagabend ein paar Gesangsfreundinnen mitgebracht und Montreux gezeigt, wie Lebensfreude in Afrika geht.

Das Energiebündel Kidjo tanzte von Anfang an auf der grossen Bühne, ihr afrikanisches, bodenlanges Kleid schillert in Pink und allen Farben – Angélique Kidjo, das ist pure Lebensfreude und Rhythmus. Doch an diesem Abend gab die grosse Sängerin Afrikas auch anderen Frauen einen Platz auf der Bühne: Die junge Asa, Dobet Gnahoré, das Trio Teriba und die fantastische Lura gaben Afrika eine Stimme. «Ich bin hier, um die Kraft Afrikas zu zeigen», erklärte Kidjo am Anfang ihres Power-Konzerts.

Das Trio Teriba kommt aus Bénin wie Kidjo und brachte mit traditionellen, mehrstimmigen Gesängen die Menge zum Tanzen. Wunderschön die charismatische Sängerin Lura aus den Kapverden, die mit einer enormen Stimme und viel Ausstrahlung Angélique Kidjo ähnelt und mit der frischgebackenen Grammy-Gewinnerin ein hinreissendes Duett sang.

João Bosco ist die Meeresbrise Brasiliens

Die zweite Hälfte des Abends gehörte der brasilianischen Crème de la Crème der Musikszene. Den Auftakt machte Hamilton de Holanda, der Botschafter des Choro, dann wurde er ergänzt durch den versierten König des Samba, Martinho da Vila. Als die schöne Vanessa de Mata im bodenlangen, leichten und fliessenden Kleid die Bühne betrat, kam mit ihr auch der Charme und die Leichtigkeit Brasiliens auf die Bühne. Die als «Fräuleinwunder» bekannte Sängerin, die ihren internationalen Durchbruch 2009 mit einem Duett mit Ben Harper («Boa Sorte» – Good Luck) hatte, füllte die Bühne mit weichen, fliessenden Bewegungen und ihrer glasklaren Stimme.

Lebensfreude und die Leichtigkeit des Seins mit Brasiliens Legenden

Im zweiten Teil des brasilianischen Traumes dominierten Altmeister João Bosco, Ivan Lins und die grossen Sängerinnen Ana Carolina, die legendäre Maria Rita, und ganz zum Schluss noch, im hellblauen, kurzen Kleid, Brasiliens Königin des Forro, Elba Ramalho. Der herausragende Volksmusiker und Jazz-Komponist Ivan Lins wurde überraschenderweise von Quincy Jones auf der Bühne angesagt. João Bosco, der grosse Sänger und Songschreiber Brasiliens, verkörpert das Lebensgefühl Brasiliens wie kein Zweiter: Mit seiner weichen und doch prägnanten Stimme vermittelte er an diesem prickelnden Abend eine Leichtigkeit, die einen die Meeresbrise Bahias ganz direkt spüren liess. Eine Nacht der puren Lebensfreude.

ANGELIQUE KIDJO
29.11.16, Kaufleuten Zürich
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