Al Jarreau 2016

1976 bekam der Nachwuchssänger Al Jarreau, der gerade sein erstes Album aufgenommen hatte, die Chance, am Montreux Jazz Festival aufzutreten. Dann tauchte seine Band nicht auf, und Al Jarreau war alleine mit dem Pianisten. Aus der Not heraus imitierte er alle Musikinstrumente. Dies begründete seinen Stil, mit dem er zum Weltstar wurde.

Mister Jarreau, vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen für ein Gespräch. Was bedeutet für Sie das Montreux Jazz Festival und welches sind Ihre Erinnerungen?

Das Montreux Jazz Festival war von Anfang an eine aufregende Erfahrung und wird es immer sein. Nur schon der See und die Alpen, wo Menschen aus der ganzen Welt hinkommen, machen Montreux einzigartig. Diese Aura ist elektrisierend für Künstler und Publikum. Das spürte ich schon das erste Mal, als ich in Montreux auftrat, und seither ist es jedes Mal von neuem wieder so. Ich hatte mein Debüt mit dem Al Jarreau Duo 1976 im Casino von Montreux, als meine grössere Begleitband verloren ging. Meine Beziehung zum Festival ist seither ständig gewachsen, heute komme ich öfters her, helfe als Experte bei Gesangswettbewerben und mache Tribute-Konzerte für andere.

«Ich hatte mein Debüt mit dem Al Jarreau Duo 1976 im Casino von Montreux»

Sie treten auch in diesem besonderen Jubiläumsjahr wieder im Duo auf – am 3. Juli. Wer ist Ihr Duett-Partner?

Ich trete mit Joe Turano auf, und mit dieser Duo-Performance kehre ich zu den wunderbaren Anfängen meiner Karriere zurück. In den Sixties und Seventies war das eine meiner wichtigsten musikalischen Phasen, denn das Duo mit dem Gitarristen Julio Martinez gab mir damals die Freiheit, meine gesanglichen Improvisationen zu entwickeln. Joe Turano ist ein toller Pianist, spielt Tenor- und Sopransaxofon und singt seit fünfzehn Jahren die Backing Vocals in meiner Band.
Er ist aber auch mein musikalischer Direktor und schreibt mit mir zusammen viele meiner Songs. Der Auftritt von Joe und mir in Montreux wird einer unserer ersten in diesem Duo sein.

Welche Ihrer eigenen Songs singen Sie heute am liebsten?

«Mornin’», «We’re in this Love Together», «Take 5», «Midnight Sun». Aber meine Favoriten-Liste ist ewig lang!

Was ist Ihre grösste Inspirationsquelle?

Ich verspüre einen Thrill, wenn ich neue Songs schreibe, wenn ich Noten und Worte auf ein weisses Blatt Papier bringe, die aus meinem Herzen kommen. Inspiriert in meiner Jugend hat mich Kirchenmusik, und Musik vom Broadway, in Interpretationen von Miles Davis, Bill Evans und Dizzy Gillespie. Wenn ich auftrete und schreibe, kehre ich im Kopf oft in diese Zeit zurück.

Sie gelten als bester Jazz Vocalist unserer Zeit. Wie erneuern Sie sich, wo kommt die Energie her?

Ups, zu viel der Ehre! Die Verbindung von Jazz, Rhythm & Blues und Pop ist sehr kraftvoll und gibt mir die Inspiration und das Feuer in meiner Seele, um Songs zu schreiben und aufzutreten. Mein Publikum singt, tanzt und lacht mit mir, und das ist die Freude, die mich immer wieder auf die Bühne bringt.

Wie halten Sie sich fit?

Ich liebe Sport seit meiner Jugend, deshalb halte ich mich fit. Für mich ist sportliche Fitness fürs Musikmachen und Performen absolut unerlässlich. Fitness lässt einen vor Energie richtig leuchten.

Welches ist Ihr grösster Wunsch für Ihre Zukunft?

Ich wünsche mir, weiterhin mit fantastischen Musikern Musik machen und Songs schreiben zu können. Und ich habe den Wunsch, dass dies einen positiven Einfluss auf die Welt hat. Musik kann eine aufstellende und heilende Kraft sein, die genauso machtvoll ist wie Medizin. Musik ist Balsam für die Seele.

AL JARREAU
03.07.16, Montreux Jazz Festival

01.12.16, Kongresshaus Zürich
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