Album der Woche: «Little Dark Age» von MGMT
Nicht nur auditiv, sondern auch optisch verwirren MGMT.

Das New Yorker Duo meldet sich nach seinem Flop-Album «MGMT» zurück. Und enttäuscht dabei nicht!

Das Duo

Album der Woche: «Little Dark Age» von MGMT
Die Mitglieder von MGMT: Andrew VanWyngarden und Benjamin Goldwasser.

Ursprünglich lernten sich die zwei Mitglieder von MGMT (Abkürzung für Management, ursprünglicher Bandname war 2002 The Management) während ihrem Musikstudium an der Wesleyan University in Connecticut kennen. Dabei begannen Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser zusammen zu musizieren und bekamen nach einiger Zeit einen Plattenvertrag. Seit 2005 sind sie als MGMT unterwegs, 2008 und 2009 feierten sie ihre bislang grössten Erfolge – zum einen mit dem für den Grammy nominierten Song «Kids», zum anderen mit dem Album «Oracular Spectacular». Einen Grammy staubten Sie schon 2009 ab – für ein Remix von Justice. Nach zwei weiteren Alben, von welchen eines floppte, melden sich MGMT jetzt mit «Little Dark Time» zurück.

Das Album

Album der Woche: «Little Dark Age» von MGMT
Erinnert an «Der Schrei» von Edvard Munch: Das Albumcover von «Little Dark Age».

Und wie sie sich zurückmelden! «Little Dark Time» beschäftigt sich mit der aktuellen Zeit, unter anderem mit der Wahl von US-Präsident Donald Trump und besticht mit spannenden Songtexten. Soundtechnisch macht das vierte Album von MGMT Spass: Moderner 80er-Jahre Pop gemischt mit ein bisschen LSD. Angeblich wurde der Song «James» auch nach einer langen LSD-Nacht aufgenommen, deshalb habe VanWyngarden im Song auch so eine tiefe Stimme «Ich habe stundenlang Dinge über Pakistan geschrien», sagte er in einem Interview. «When you’re high it’s easier to fight. When you’re high you don’t have to know why» heisst es im Song «When you’re small». Also: «Wenn du drauf bist, ist es einfacher zum Kämpfen. Wenn du drauf bist, musst du nicht wissen, warum.»

Das Urteil

Das neue Album von MGMT macht Spass, es wirft einen zurück in einen verruchten 80er-Jahre Rockpop-Schuppen. Hier wird nicht an Synthesizer-Einsätzen gespart! Sie sind ihrem psychodelischen Sound treu geblieben, die Songtexte sind etwas düsterer, teils auch witziger geworden. Der Einstiegstrack «She Works Out Too Much» beschäftigt sich mit dem Fitnesswahn und Narzissmus, der Song «TSLAMP» (steht für «Time spent looking at my phone») mit der Smartphonesucht der heutigen Generation. Ein tolles Album zum Entspannen und Zuhören, mehr für eine Hipster-Bar als für einen Club.

Die Anspieltipps

TSLAMP – Psychodelischer Indie-Pop-Song mit witzigem Songtext

Me and Michael – Erinnert an Kylie-Minogue-Songs aus den Achtzigern.

Die Live-Termine

MGMT sind ab März wieder unterwegs. Aktuell sind jedoch keine Termine in der Schweiz angekündigt. Sobald sich dies ändert, informiert dich unser Ticketalarm.

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