Album der Woche: «Melodrama» von Lorde lässt auf der Tanzfläche träumen.

Das Album heisst «Melodrama».
Das Album heisst «Melodrama».

Lorde

Lorde meldet sich vier Jahre nach ihrem Debüt wieder zurück und ist inzwischen erwachsen geworden. Das lässt sich in ihrem neuen Album «Melodrama» auch heraushören.

Die Künstlerin

Sie ist erst 20 Jahre alt, doch verwirklicht sie schon lange ihren Traum als Musikerin. Die Plattenfirma Universal nahm die Neuseeländerin als 12-Jährige unter Vertrag, nachdem sie eine Videoaufnahme von ihr an einem Schul-Talentwettbewerb zu sehen bekam. Der grosse Durchbruch folgte nur wenige Jahre später mit dem Song «Royals» aus ihrem Debütalbum «Pure Heroine», welcher sich für drei Wochen an der Spitze der Single Charts hielt und im Jahr 2014 zwei Grammy-Award-Auszeichnungen erntete. Nach ihrer Tournee widmete sich die Sängerin wieder vermehrt ihrem Privatleben und kehrte zurück in ihre Heimat, Neuseeland. Sie fing aber schon im Jahr 2013 neue Kompositionen für ihr «Melodrama» zu schreiben.

Das Album

Vier der 11 Tracks von «Melodrama» wurden vorveröffentlicht wie zum Beispiel «Sober», das am 9. Juni erschien. Alleine bei dieser Single ist zu erkennen, dass Lorde sich über den minimalistischen Stil ihres letzten Albums hinweggesetzt hat und mehr experimentiert – mit akustischen Klängen und Blasinstrumenten.

«Jeder erlebt das Jahr, in dem man spürt, dass man langsam erwachsen wird. Ich zog von zu Hause aus und plötzlich musste ich herausfinden wer ich bin wenn ich alleine bin. Wer bin ich wenn ich Dinge alleine unternehme? Ich glaube, dass man diese Gefühle wirklich auf diesem Album spüren kann.» – Lorde über das Album (Im Interview mit Zane Lowe von BBC 1)

Mit diesem Album zeigt sie, dass sie kein junges Mädchen mehr ist. Die Themen ihrer Songs sind gewagter: Sie singt über das Verliebtsein und philosophiert über lange Partynächte. Neben ihren Songtexten können sich die Fans aber auch auf ihre beliebten Markenzeichen freuen – melancholische Melodien und ihre zerbrechliche Stimme zusammen mit Gesang im Hintergrund in Falsett-Tonlage.

Urteil

Lorde erfüllt die hohen Erwartungen der Fans und schafft es gleichzeitig, mit ihrem unkonventionellen Electropop zu überraschen. Ihre kindliche kreative Freiheit und ihren ureigenen Ansatz lässt sie sich trotz dem Älterwerden zum Glück nicht nehmen: Beim Song «Green Light», eines ihrer neuen Singles, gab der bekannte Pop-Songwriter Max Martin ihr den Rat, den Songtext zu ändern, weil ihr Text nicht dem Pop-Standard entspricht – die Sängerin ignorierte seinen Hinweis und veröffentlichte die Original-Version. Nicht nur beim Songtext bleibt sie ihrer eigenen Art treu, sondern sie spielt auch bei diesem Album weiterhin mit sprunghaften elektronischen Klängen und irregulären Rhythmen. Das Resultat ist Melancholie und Euphorie zugleich.
Die Songs eignen sich für glückliche Momente sowohl wie für traurige Reflektionen.

Anspieltipps

«The Louvre» – hallende Akustik mit schnellen Beats, doch diese werden immer wieder von Lordes Flüstern ausgelöscht. Mysteriös und cool, genau wie die Sängerin.

«Writer in the Dark» – verzweifelt und verliebt. Hier hört man die Kraft in Lordes Stimme.

«Hard Feelings» – Loveless – schwankender Rhythmus, futuristische Klänge, plötzlicher Melodien-Wechsel. Trotzdem macht er Lust zum Tanzen.

Live

Am Sonntag, den 2. Juli 2017, tritt die Sängerin am Open Air St.Gallen 2017 auf. Tickets sind noch verfügbar.

OPEN AIR ST.GALLEN – LORDE
2.07.17, St. Gallen
TICKETS

 

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