Mit «To the Bone» will Wilson «Schluss mit der Scheisse machen» und zum Kern der Realität zurückkehren.

Steven Wilson ruft uns mit seiner neuen Platte «To the Bone» in Erinnerung, wie wichtig es ist, das Gute auch in den kleinen Dingen zu sehen.

Der Künstler

Steven Wilsons Karriere startete in den Neunzigerjahren mit Musik, die nicht für jeden gleich leicht zugänglich ist. Mit seinem Debüt-Album «Insurgents» spielte Wilson nicht nur auf die Gestaltung seiner Musikkarriere an, sondern auch auf die Art und Weise, wie er Musik macht. Der gleichnamige Film von Lasse Hoile wurde zwei Jahre später veröffentlicht und dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Albums. Mit seiner Musik ist Wilson mittlerweile einer der wohl bekanntesten Untergrund-Künstler in England geworden. Beeinflusst wurde der Brite von Stars wie David Bowie und Prince. Ausserdem hat Wilson Remixes zu Acts wie Roxy Music, Simple Minds und XTC komponiert. Nun will der Musiker ins Gedächtnis rufen, die kleinen Dinge zu schätzen.

Das Album

Nachdenklich: Steven Wilson auf dem Albumcover «To the Bone». 
Nachdenklich: Steven Wilson auf dem Albumcover «To the Bone».

In Wilsons neuem Album «To the Bone» begeistert nicht nur die Musik, sondern vor allem die Liedtexte. Die Themen, die er in seinen Songs anspricht, betreffen unsere Existenz. Im Grunde dreht sich das Album um das Leben als Geschenk. Dieses Leben sinnvoll zu nutzen, bedeute, die Verantwortung für seine Entscheidungen bewusst zu übernehmen. Steven Wilson widerspiegelt diese Aussagen sehr exakt mit der emotionalen Tiefe und Professionalität seiner Musik sowie mit der Melancholie seiner Sounds.

Das neue Album «To the Bone» soll ausserdem die Natur der Wahrheit besprechen. «Die Wahrheit ist nicht länger etwas Absolutes. Sie wurde zu etwas, was flexibel und formbar ist. Über Wahrheiten kann man sehr unterschiedlich diskutieren», so Wilson. Er wolle «Schluss mit der Scheisse machen», wie er sagt, und zum Kern der Realität zurückkehren. Auf der Platte sind nicht nur die typischen Wilson-Songs enthalten. Es ist vielmehr eine offene Tür für all jene, die Wilsons Musik nicht oder nicht gut kennen: einfach zugänglich.

Es gibt sogar einen Bezug zur Schweiz auf dem Album: Den Song «Song of I» hat Wilson zusammen mit der Schweizer Musikerin Sophie Hunger eingesungen. Der Song dreht sich um das Aufgeben von Dingen für die Liebe.

Urteil

Der Titelsong «To the Bone» setzt das Zeichen für das ganze Album. Wilson spricht mit seiner Musik auf eine ungewöhnliche Art und Weise die Herzen der Menschen an: Mit Geschick und Charme baut er aktuelle Themen in seine Lieder ein. Das Album enthält sowohl Songs zum Tanzen sowie auch entspannte und melancholische Lieder. Doch etwas haben sie gemeinsam: Bei genauem Hinhören regen alle zum Nachdenken an.

Wilson erzählt im Song «Unborn» in der Perspektive eines ungeborenen Kindes. Er stellt die Frage «Wieso will ich in diese Welt hineingeboren werden?» und beantwortet sie gleich selbst: «Du hast die Chance, etwas Aussergewöhnliches zu machen. Es geht darum, wie du das Geschenk des Lebens nutzt.»

Anspieltipps

«Nowhere Now»: Mainstream-Pop. Mit ihm kann man verstehen, das Gute in den kleinen Dingen erkennen.
«Unborn»: Angelehnt an Balladen und Gospel, eignet sich dieser Song perfekt, um über das  Leben nachzudenken.
«To the Bone»: Enthält einen Hauch von Rock und Wahrheit.

Live

Am 31. Januar 2018 startet die «To the Bone»-Tour in Lissabon, bevor Wilson am 7. Februar 2018 auch in der Schweiz auftritt.

STEVEN WILSON
07.02.2018, Halle 622 Zürich-Oerlikon
TICKETS

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