Duff McKagan
Fettes Konto: Mit seinem hellen Kopf hat Bassist Duff McKagan ein Vermögen gemacht.

23 Jahre nach dem Aus kehrt Guns N’ Roses im Original auf die Konzertbühnen zurück. Im Sommer machen die Kultrocker in Zürich halt. Auch ihr eigener Finanzexperte ist dabei: Bassist Duff McKagan.

Lange gab es keine Hoffnung. «Not in this Lifetime auf Deutsch»: «Nicht in diesem Leben» lautete Axl Roses genervte Antwort in einem Interview auf die Frage, ob es je ein Guns N‘ Roses-Comeback in Originalbesetzung geben werde. Zu sehr hat sich Rose zu Glanzzeiten zur Diva aufgespielt, zu tief ist der musikalische Riss: Mitte der Neunzigerjahre kollabiert Guns N’ Roses als Original-Combo. Das Leben auf der Überholspur mit Unmengen an Drogen, Alkohol und wilden Partys fordert seinen Tribut. Jeder geht seinen Weg, nur der smarte Ex-Chorknabe aus Indiana, Axl Rose, darf sich noch Guns N’ Roses nennen. Die abgespeckte Formation tourt zwei Jahrzehnte weiter. Kein Wunder, funktioniert der Name wie ein Magnet. Die Fans sind treu. Roses Charisma auf der Bühne bleibt, doch die Zusammenstellung zündet nicht, der Glanz fehlt. Rose kümmert das nicht, unbeirrt bastelt er dreizehn Jahre an seinem neuen Werk «Chinese Democracy», kämpft gegen seine Dämonen und Süchte.

Drogen und Alkohol kosten auch Bassist Duff McKagan fast das Leben. Zu Spitzenzeiten trinkt der Blonde am Bass Bier, Rotwein, Wodka, nimmt Drogen. Morgens schon der erste Schluck Schnaps. McKagan dazu: «Ich war schon Mitte der Achtzigerjahre als grosser Trinker bekannt. Man nannte mich auch den König der Biere», erzählt der heutige 52-Jährige. 1988 klopft eine Zeichentrick-Filmproduktion an, will wissen, ob sie den Namen Duff als Label für ein Bier verwenden dürfen. Dürfen sie: «Ich ahnte nicht, dass daraus die Simpsons würden und dass innerhalb weniger Jahre, überall wo wir tourten, Duff-Biergläser und Klamotten auftauchen würden.»

Knapp dem Tode entronnen

Duff McKagan, Axl Rose und Slash (v. l. n. r.)
Wiedervereinte Freunde: Duff McKagan, Axl Rose und Slash (v. l. n. r.) sind wieder zusammen auf Tournee.

Flasche um Flasche macht Duff weiter. Es läuft rund, «Appetite for Destruction» ist eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Guns N’ Roses sind im Rock-Olymp angekommen. Zwischen 1991 und 1993 touren sie durch 31 Länder, spielen 192 Konzerte. Die Band mietet für ihre Tour eine Boeing 727 mit Lounge und Schlafzimmer für jeden. Axl Rose kommt mit dem Ruhm nicht klar. Er lässt die Fans lange warten oder erscheint gar nicht. Je höher die Erfolgswelle, desto tiefer der Fall, diese Weisheit erfährt Duff McKagan am eigenen Körper. 1994 schwillt seine Bauchspeicheldrüse zur Grösse eines Footballs an. Sie ist akut entzündet und verursacht innere Verbrennungen. Die Ärzte retten ihn knapp. McKagan versteht den Wink, fortan lässt er Alkohol und Co. sein. Wieder zu Hause ist es dem umtriebigen Musiker langweilig, er befasst sich mit seinen Finanzen, denn: «Junge Musiker haben keine Ahnung von Vermögensplanung. Sie denken, ihre Karriere geht immer weiter. Aber das ist ein grosser Irrtum.» Er geht aufs College, studiert Wirtschaft an der Uni.

Zusammen mit zwei Investoren gründet er 2011 Meridian Rock, berät Showbiz-Stars, investiert an der Börse: «Anfang der Neunziger habe ich zum Beispiel Amazon- und Microsoft-Aktien gekauft», sagt er in einem Interview. Seitdem sind weitere Investitionen, wie zum Beispiel in Starbucks-Aktien, dazugekommen. McKagan zählt zu den vermögendsten Rockstars der Welt. Wie viel mehr hat er dank Börse auf seinem Konto? «Das weiss ich nicht. Aber ich habe schon gut verdient an der Börse.» Geld interessiert ihn nicht: «Einfach nur dasitzen und nichts tun, das ist nicht meins. Ich muss etwas zu tun haben, dann bin ich zufrieden.» Dann ist der zweifache Vater, der Kolumnen schreibt und Kampfsport macht, zufriedener denn je. Seit April 2015 tourt er mit Guns N’ Roses, mit Stopp in Zürich. Viel zu tun für den Rockstar mit Zahlenflair.

GUNS N’ ROSES – Not In This Lifetime Tour
7.6.17, Letzigrund Stadion Zürich
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