Elvis Presley 2017 - Im 40. Jahr nach seinem Tod
Alles sitzt: Die Frisur von Elvis ist eines seiner Markenzeichen.

Sein lasziver Blick, seine Tolle und sein Glam-Look machten Elvis Presley zum King of Rock’n’Roll. 1977 starb er, dennoch scheint er allgegenwärtig zu sein. Ob «Heartbreak Hotel», Hüftschwung oder Hollywood. Der King zieht die Massen bis heute in seinen Bann. Im 40. Jahr nach seinem Tod sind spektakuläre Elvis-Events angesagt.

Die Welt der späten 1950er-Jahre ist konservativ. Bis Elvis kommt. Es ist wie ein Erdbeben. Elvis ist jung, charmant und verführerisch. Seine Stimme klingt schneidend und sexy. Sein Tanzstil ist exzessiv. Gegenüber ihm wirken die Stars aus der Zeit wie Spiesser. Sein unmissverständlicher Hüftschwung, der kokette Augenaufschlag und sein explosiver «Jailhouse Rock» lassen Crooner wie Frank Sinatra oder Bing Crosby alt aussehen. Elvis und seine Musik waren das, was Eltern hassen und ihre Kinder genau deswegen lieben mussten.

Elvis Presley 2017 - Im 40. Jahr nach seinem Tod
Charismatisch auch am TV-Bildschirm: The King bei der CBS «Stage Show» 1956.

Gleich nach seinen ersten Auftritten stehen Öffentlichkeit und Medien unter Schock. Elvis sei eine «männliche Atombombe», sagt ein TV-Moderator. Schlagzeilen wie «Elvis Presley singt, wie Marylin Monroe geht» machen die Runde. Rebellion, Sexappeal und Teenager-Romantik schliessen einen Pakt mit dem Rock’n’Roll. Von den Alten wird seine Bühnenshow verteufelt, seine jungen Fans hingegen geraten in Ekstase. Dabei ist dieser Elvis Aaron Presley aus Tupelo, Mississippi, ein schüchterner Junge und ein tadelloser Gentleman. Einer, der seine Mutter liebt und verehrt. Elvis wundert sich: «Sie sagen, ich sei vulgär – und sie nennen mich einen Rebellen.» 1958 zieht ihn die Army ein. Aus dem Rebellen wird ein Staatsbürger,
den plötzlich alle mögen.

Bob Dylan meinte später: «Seine Musik zu hören, war, wie aus dem Gefängnis auszubrechen.» Für Keith Richards von den Rolling Stones hatte Elvis die schwarze und weisse Musik vereint. Und für Ex-Beatle John Lennon «war vor Elvis nichts».

Bei seinem Studiodebüt mit 19 will der Junge aus dem Schwarzbrenner-Milieu Balladen aufnehmen. Doch Sam Phillips, Produzent in den Sun-Studios in Memphis, winkt ab. «That’s All Right, Mama» ist seine letzte Chance. Und Elvis nutzt sie. Phillips hatte es vorausgesagt: «Ich will einen Weissen, der mit ganzem Gefühl schwarze Musik spielt. Damit kann man Millionen machen.» Das kleine Sun-Label wird über Nacht zum Umschlagsplatz für die heisseste Musik auf dem Planeten. Doch dieser Elvis ist schnell eine Nummer zu gross. Phillips erhält wenig später von der Plattenfirma RCA die damalige Rekordsumme von 40’000 Dollar: Elvis hat seinen ersten grossen Plattenvertrag in der Tasche. Er ist, wie sich herausstellen sollte, eine Lizenz zum Gelddrucken. Wichtiger noch: Aus dem armen Trucker mit der grandiosen Stimme wird ein Star. Der King ist geboren.

Dabei waren die Voraussetzungen mies. Ein Vater mit Gelegenheitsjobs, eine kranke Mutter, ein ärmliches Holzhaus im ländlichen, von der Depression gezeichneten Süden. Hier erblickt der spätere King of Rock’n’Roll das Licht der Erde. Sein Zwillingsbruder Jesse kam eine halbe Stunde zuvor tot zur Welt. Ein Südstaaten-Drama.

Dieser Elvis steigt zum ersten und grössten Star einer noch namenlosen Musik auf. Und beendet das Statische der reinen Aufnahmesituation. Der King macht seine Bewegungen hörbar und raumfüllend. Auch wenn er in der berühmten TV-Show von Ed Sullivan «aus Gründen des Anstands» von der Hüfte an aufwärts gefilmt wird: Der Mann ist nicht mehr aufzuhalten. Es folgt Hit auf Hit. Bereits zu Lebzeiten verkauft er 400 bis 500 Millionen Tonträger. Im Jahr 2007, 30 Jahre nach seinem Tod, wird bereits die Milliardengrenze überschritten.

Grosszügiges Herz

Mit dem Erfolg kommt der Reichtum. Als Erstes spendiert er der Mama einen pinkfarbigen Cadillac. Später kauft er sich ein stattliches Anwesen namens Graceland. In dem imposanten Säulenbau schart der stets spendable Superstar seine Freunde um sich. Hier lebt und arbeitet er, hier feiert der King, hier wird er sterben.

Elvis Presley 2017 - Im 40. Jahr nach seinem Tod
Weisser Jumpsuit mit Gold-Brokat beim Gig in Providence, Rhode Island.

Elvis‘ sagenhafte Karriere hat legendäre Brüche. Was folgt, sind gewaltige Comebacks. 1968 in Memphis, ganz in schwarzem Leder, zeigt er eine der besten Rockshows aller Zeiten. 1973 live auf Hawaii, gehüllt in einen weissen, paillettenbesetzten Overall, schauen ihm via Satellit über eine Milliarde Menschen zu. Immer, wenn die Elvis-Geschichte zu Ende erzählt scheint, beginnt sie wieder von vorne.

Der King stirbt am 16. August 1977 im Alter von 42 Jahren. Der damalige US-Präsident Jimmy Carter kondoliert: «Ein Stück Amerika ist verloren gegangen.» 711 Songs, 31 Hollywood-Filme, unzählige Geschichten und Anekdoten bleiben.

Elvis hat 13,5 Millionen Facebook-Freunde. Er wird gespielt, gecovert, gestreamt, geehrt und immer noch gehört. Das Beste: Elvis geht wieder auf Tour! Am 18. Mai kann man den King, seine Songs und ein grosses Symphonieorchester im Zürcher Hallenstadion erleben. In dieser spektakulären Produktion sieht man Elvis auf einem riesigen Screen, und Stargast Priscilla Presley erzählt aus seinem Leben. Im Januar 2018 kommt «Elvis – Das Musical» in die Schweiz. Die gefeierte Produktion ist eine wunderbare Hommage mit den Karriere-Highlights des Kings. «50 Millionen Elvis-Fans können sich nicht irren» stand bereits 1959 fett auf dem Cover von «Golden Records Volume 2». Seine Plattenfirma sollte recht behalten. Der King eben.

ELVIS PRESLEY IN CONCERT
Do 18. Mai 2017, Hallenstadion Zürich
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ELVIS – DAS MUSICAL
3. -14. Januar 2018, diverse Orte
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