Fifth Harmony 2016
Freizügig und kraftvoll: Dinah, Ally, Normani, Lauren und Karla (v. l. n. r.) von Fifth Harmony.

Die fünf Mädels von Fifth Harmony sind momentan die erfolgreichste Girlgroup der Welt. Kein Wunder also, bezeichnen sie die Spice Girls und Destiny’s Child als ihre grossen Vorbilder.

Man könnte meinen, sie seien das weibliche Pendant zur britischen Boyband One Direction, wenn man die Entstehungsgeschichte von Fifth Harmony hört. Beide Gruppen entstanden in der Casting-Show The X Factor, beide wurden aus Einzelkandidaten zu einer fünfköpfigen Gruppe formiert, beide haben den britischen Musikproduzenten Simon Cowell als Mentor und beide haben die Sendung auf dem dritten Platz beendet. Und beide feiern die grössten Erfolge, die es in der Geschichte von The X Factor in England respektive den USA je gab. Sowohl One Direction als auch Fifth Harmony gelten nämlich als erfolgreichste Teilnehmer der jeweiligen Casting-Show.

Die fünf Mädchen – das sind Karla Camila Cabello (19), Normani Kordei Hamilton (20), Lauren Michelle Jauregui (20), Allyson Brooke Hernandez (23) und Dinah Jane Hansen (19) – hatten alle den Traum von einer Pop-Karriere. Einer Karriere jedoch, in welcher jede allein im Mittelpunkt steht. Deshalb nahm jede für sich bei der amerikanischen Version der Casting-Show teil. Nachdem die fünf Mädchen in die Bootcamp-Runde eingezogen waren, aber den Einzug in die Live-Shows verpassten hatten, entschieden die Juroren, dass die fünf Mädchen eine gute Girlgroup hergeben würden.

Warum sie sich erst Candl nennen wollten

Gesagt, getan. Die fünf Teilnehmerinnen, die aus den verschiedensten Teilen der USA und auch aus Kuba stammen, wurden zu einer Gruppe formiert. «Wir waren schon in den Bootcamps befreundet und darum hat es von der Chemie her sofort gepasst», sagte Dinah im Interview mit dem US-Radiomoderator Ryan Seacrest. Unter dem Namen Lylas nahmen sie bei den ersten Live-Shows teil, bis die schon existierende Band The Lylas Beschwerde einreichte und die fünf Mädchen sich in «1432» – in Anlehnung an «I love you too» – umbenannten.

Doch dieser Bandname wurde von den Juroren der Casting-Show in der Live-Show öffentlich kritisiert, deshalb bat man das Publikum um eine Abstimmung. So kam es zum endgültigen Namen: Fifth Harmony. Eine gute Entscheidung, die Band hätte sich damals nämlich beinahe Candl – ein Akronym für die Vornamen der fünf Mitglieder – genannt. Die Gruppe beendete die Show auf dem dritten Platz, die erste EP «Better Together» folgte kurz danach.

Alle machen sich für Frauen stark – und keine ist eine Diva

Der grosse Durchbruch gelang Fifth Harmony schlussendlich mit ihrem Debütalbum «Reflection». Die Lieder darauf sind Hymnen auf die Stärke der Frau. «Es ist unsere Pflicht, den Leuten zu zeigen, dass eine Frau genauso stark sein kann wie ein Mann», gab Normani im Mai dem US-Magazin «Fashion» zu Protokoll.

Anders als bei anderen Girlgroups haben Fifth Harmony keine Frontfrau. Es gibt also keine Beyoncé, keine Nicole Scherzinger, die alle anderen Bandmitglieder in den Schatten stellt und den grössten Teil der Lieder singt. Alle sind gleichberechtigt und singen gleichermassen von der Kraft, die eine Frau hat. Die Songs «Worth It» oder «Boss» sollen Frauen und Mädchen ermutigen, stark zu sein und sich nicht unterkriegen zu lassen.

In «Boss», stilisiert zum Titel «Bo$$», gibt es viele Referenzen: an Jay Z, Kim Kardashian, Kanye West, Oprah Winfrey und auch an die First Lady Michelle Obama. Der Song erinnert an «Independent Women Part II» von Destiny’s Child und handelt davon, dass Frauen ihr eigenes Geld verdienen. «Michelle Obama, purse so heavy gettin’ Oprah Dollars» heisst es da.

Michelle Obama ist Fan

Im Interview mit Shazam verrieten Fifth Harmony, dass Michelle Obama höchstpersönlich zu diesem Song gratuliert habe: «Als wir sie an einem Anlass gesehen haben und sie im selben Zelt war, hat sie sofort die Songzeilen gesungen und getanzt. Barack Obama wusste gar nicht, was sie da macht.» Sie höre den Song regelmässig beim Sporttreiben, hat sie der Band verraten. Durch diese Verbindung wurden Fifth Harmony auf den Balkon des Weissen Hauses eingeladen, um ein Geburtstagsständchen für Michelle Obamas Fitnessaktion «Let’s Move» mit anschliessendem Konzert im Garten des Weissen Hauses zu singen.

Auf dem neuen Album «7/27» – der Name ist das Datum, an dem die Solo-Kandidaten von The X Factor zu einer Gruppe geformt wurden – sind die feministischen Pop-Hymnen verschwunden. «Jetzt kommt neue Musik, eine neue Ära», sagt Normani gegenüber USA Today. Gar von einer Neugeburt von Fifth Harmony wird gesprochen. Die Leadsingle «Work From Home» klingt erwachsener als der gewohnte Mädchen-Pop. «Wir wollten mehr R&B- und Soul-Einflüsse im neuen Album haben. Ein bisschen wie Destiny’s Child», so Lauren zum Billboard-Magazin.

Natürlich kommen in der Berichterstattung über eine Girlband auch immer Trennungsgerüchte auf. Diese seien Unsinn, versichert Dinah gegenüber dem Radiosender Europa FM: «Wir wollen noch einiges zusammen erreichen!» Doch auch die Zeit mit Fifth Harmony sei nicht für die Ewigkeit bestimmt. «Irgendwann werden wir unsere eigenen Wege gehen.»

Seit dem 22. Juni sind Fifth Harmony auf ihrer dritten Tournee, die sie durch drei Kontinente führt: Südamerika, Nordamerika und Europa. «Work From Home», also von zu Hause aus arbeiten, kann für viele gelten. Aber nicht für die fünf Mädchen von Fifth Harmony.

Die beiden Schweizer Konzerte in Genf (19.10.2016) und Zürich (30.10.2016) wurden leider aufgrund von Änderungen im internationalen Tourneeplan abgesagt.

FIFTH HARMONY
TICKETALARM

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here