Vanessa Mai 2016

Vanessa Mai reitet auf der Erfolgswelle: Ihr Projekt «Wolkenfrei» landete im letzten Jahr mit dem Lied «Wolke 7» einen Hit, sie ist aktuell Jurorin bei «Deutschland sucht den Superstar» und nahm zusammen mit Dieter Bohlen ihr erstes Album unter eigenem Namen auf. Mit uns sprach sie über den neuen Erfolg, die Liebe und ihre Zukunft.

Du hast bei der diesjährigen Echo-Verleihung einen Echo gewonnen. Gratulation dazu! Wie war das für dich?

Ich war schon lange nicht mehr so durch den Wind. Nach dem Gewinn musste ich Interviews geben und habe dabei echt keine Worte gefunden. Es war für mich wahnsinnig überraschend, darum habe ich auch keine Dankesrede vorbereitet.

Warst du schon immer an Schlager interessiert?

Ich interessiere mich grundsätzlich für Musik, ich höre alles querbeet. Schlager hab ich mir ausgesucht, weil ich gerne auf der Bühne auftrete und die Menschen so herzlich sind.

Könntest du dir auch vorstellen, Musik auf Englisch zu machen?

Nein. Meine Musik soll schon deutsch bleiben. Aber ich sollte niemals nie sagen, denn damals habe ich auch gesagt, dass ich niemals den Namen Wolkenfrei ablegen werde. Das ist ja jetzt der Fall.

Wieso hast du dich für diesen Schritt entschieden?

Das hat sich mit der Verpflichtung bei «Deutschland sucht den Superstar» so ergeben. Für viele war Wolkenfrei auch kein Begriff mehr. Für mich war die Zeit gekommen, mal etwas Neues zu machen. Und darum war klar: Wenn Vanessa Mai, dann muss die Musik auch nach mir klingen. Also ist alles neu.

«Wenn Vanessa Mai, dann muss die Musik auch nach mir klingen.»

Du arbeitest jetzt ja auch mit Dieter Bohlen zusammen.

Genau. Die Arbeit war total toll. Er ist ein Visionär und hat ein Wahnsinnsgespür, was den Zeitgeist betrifft und was die Leute wollen. Die Stimmung war locker, aber es ging alles auch wahnsinnig schnell, weil er genau weiss, wie was sein muss. Ich habe mit der Zusammenarbeit sehr viel gelernt.

Was hast du bei «Deutschland sucht den Superstar» gelernt?

Das war eine sehr schöne Erfahrung. Ich bin stärker geworden als Person. Zuerst dachte ich, dass ich gar keine Leute in meinem Alter bewerten könnte. Aber am Schluss war das meine Stärke: Ich hatte einen besonderen Draht zu den Kandidaten und konnte die Sache auch ganz anders angehen.

Was war dir beim neuen Album wichtig?

Mir war sehr wichtig, dass viele Uptempo-Nummern drauf sind. Ich feiere und tanze einfach gerne auf der Bühne. Und ich liebe es auch, kommerzielle Musik zu machen. Dieser Begriff ist so negativ behaftet, aber ich finde das überhaupt nicht schlimm. Es muss auch unbeschwerte, einfache Musik geben, die die Leute aus dem Alltag holt.

Was erwartet die Leute auf deiner Tour?

Wir sind da noch total in der Planung, aber ich wünsche mir, dass es ein bisschen Show, ein bisschen Tanz hat, aber trotzdem im intimen Rahmen bleibt. Da wird auf jeden Fall viel Arbeit von mir drinstecken!

Hast du Vorbilder?

Ja, Taylor Swift ist ein grosses Vorbild. Sie ist wahnsinnig nah bei den Fans und trotzdem ein riesiger Star. Sie ist sehr aktiv bei sozialen Medien und tauscht sich mit den Fans aus, so wie ich auch. Ich mache das alles selber. Viele glauben mir das gar nicht.

Nervt dich die Bezeichnung als «nächste Helene Fischer»?

Am Anfang fand ich den Vergleich total an den Haaren herbeigezogen. Helene ist über zehn Jahre im Geschäft und feiert riesige Erfolge, ich stehe noch am Anfang. Mittlerweile kommt der Vergleich gar nicht mehr so auf. Ich glaube, die Leute nehmen mich jetzt als Vanessa wahr. Ich will ja auch mein eigenes Ding machen.

«Ich glaube, die Leute nehmen mich jetzt als Vanessa Mai wahr.»

Was wärst du geworden, wenn nicht Sängerin?

Ich habe zwar meine Ausbildung zur Mediengestalterin abgeschlossen, aber für mich kam nie etwas anderes in Frage. Ich habe immer daran gearbeitet, dass das mit der Musik klappt.

Wie entspannst du dich?

Ganz einfach: Auf der Couch liegen und Sitcoms gucken. Da kann ich super abschalten.

Wie hältst du dich fit?

Ich tanze ja sehr viel, mache gerne Sport und gehe gerne raus. Aber es gibt auch Zeiten, in denen ich gar keine Lust auf Sport habe. Aber ich denke, wenn man ständig unterwegs ist, ist man automatisch fit.

Gehst du gerne feiern?

Seitdem ich Musik mache, geh ich überhaupt nicht aus. Aber ich vermisse es auch nicht, man ist ja so oft unterwegs. Aber klar: Bei Anlässen wie dem Echo gibt es dann trotzdem eine Aftershow-Party, wo man kurz zusammen etwas trinkt. Aber privat gehe ich kaum weg.

Warst du schon in der Schweiz?

Klar! Meinen ersten Schweizer Auftritt hatte ich beim Kreuzlinger Seenachtsfest. Dort wurde ich mit Schoggi überhäuft und sehr herzlich empfangen – ich bekam sogar eine Schweizer Flagge geschenkt. Und im Herbst komme ich ja auch wieder in die Schweiz, da freue ich mich drauf. In Zürich war ich noch nie, ich bin sehr gespannt!

Du bist verlobt. Wie weit sind die Hochzeitspläne?

Dieses Jahr wird es nichts mehr, der Terminkalender ist zu voll. Ich glaube, für die Hochzeitsplanung sollte man sich Zeit nehmen. Aber ich hoffe, im nächsten Jahr heiraten zu können.

Bist du vor Auftritten nervös?

Ja, sehr. Egal, wie gross oder klein die Veranstaltung ist, ich bin immer gleich aufgeregt. Aber das ist auch gut so. Ich denke, wenn die Nervosität weg ist, soll man den Beruf auch aufgeben (lacht).

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Ich hoffe, dass ich dann immer noch mit meinem Freund zusammen bin und auf der Bühne stehe. Und irgendwann will ich mir ein schönes Häuschen und einen grossen Hund anschaffen.

VANESSA MAI
29.05.16, Hallenstadion Zürich

28.11.16, Neues Theater Spirgarten Zürich
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