Traumstimmen auf grosser Tournee: Starsängerin Katie Melua (32) tritt neu mit einem 23-köpfigen georgischen Frauenchor auf. Und knüpft an die Traditionen ihrer Heimat an.

Drei lange Jahre mussten Schweizer Fans warten, um Katie Melua (32) endlich wieder live auf der Bühne zu sehen. «Ich habe in dieser Zeit mein Kreativteam komplett ausgewechselt», sagt sie gegenüber SonntagsBlick Magazin, «das hat mich sehr stark beansprucht.»

Katie Melua & Gori-Chor 2016
Ein Engel in Weiss: Katie Melua unterwegs mit dem Gori-Frauenchor.

Das ist hör- und sichtbar. Für ihre neue Konzerttournee spannt Mrs. «Nine Million Bicycles» und «The Closest Thing To Crazy» mit einem 23-köpfigen georgischen Frauenchor zusammen. «In meiner georgischen Heimat hat der polyphone Gesang eine lange Tradition – fast jedes Dorf hat einen eigenen Chor», sagt sie: «Den Gori-Chor entdeckte ich zufällig auf Spotify, seine Power hat mich umgehauen.»

Der Gori Women’s Choir ist zentraler Bestandteil von Meluas neuem Album «In Winter» (ab 14. Oktober im Verkauf). Die Tracklist besteht aus zehn neuen Stücken, die ganz dem polyphonen Klang verpflichtet sind. «The Little Swallow» etwa ist ein traditionelles ukrainisches Weihnachtslied.

Die Zusammenarbeit mit den Sängerinnen erinnert Melua an ihre ureigene Geschichte. Auch sie ist in Georgien geboren, aber mit neun Jahren nach England gezogen und in London aufgewachsen.

Katie Melua auf musikalisch neuen Wegen

Über die Jahre ist Melua mit der «neuen Welt» untrennbar verwachsen, ihre Erinnerungen an die alte sind aber noch hellwach. «Als Kind hat mich die Musik von Queen und Led Zeppelin glauben lassen, dass London der Himmel auf Erden sei», sagt sie. «Mittlerweile lebe ich dort und sehe längst nicht mehr nur die schönen Seiten der Stadt.» Den Musikerinnen aus Georgien gehe es ähnlich: «Diese Frauen haben zwar keine falschen Vorstellungen vom Westen – aber wenn etwas sehr weit weg ist, wirkt es schnell mal exotisch.» Und begehrenswert.

«Wäre ich im konservativ-patriarchalischen Land geblieben, wäre ich wohl nie Sängerin geworden, sondern Mutter und Hausfrau.»

Jetzt geht Melua musikalisch neue Wege. Privat hat sie die Kehrtwende vor Jahren vollzogen. «Als Zwanzigjährige nannte ich mich noch eine Feministin und habe nicht an die Ehe geglaubt. Dann aber traf ich James (Ex-Motorradrennfahrer James Toseland, Anm. d. Red.). Und konnte mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.» Seit vier Jahren ist sie mit ihm verheiratet, ist also auch Haus- und Ehefrau. Eine glückliche, wie sie betont.

KATIE MELUA
19./20.11.16, div. Orte
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