Kelis feiert mit ihrer Tour das 20-Jahr-Jubiläum ihres Durchbruch-Albums «Kaleidoscope». Die Sängerin verriet uns, was Musik mit Kochen zu tun hat.

event.: Vor 20 Jahren wurdest du mit deinem Album «Kaleidoscope» über Nacht berühmt. Wie hast du die Zeit damals erlebt?
Kelis: Ich war noch sehr jung und ging einfach mit Begeisterung in die Sache rein. Im Sinn von: Machs einfach! Aber ich wusste genau, was um mich herum geschieht.

Wie hat sich dein Leben seit damals verändert?
Ich bin innerlich gewachsen. Ich habe Kinder, bin verheiratet. Im Moment baue ich in Südkalifornien einen Bauernhof um, damit ich mein eigenes Gemüse anpflanzen kann. Ich liess mich zur Köchin ausbilden und plane ein Restaurant. Inzwischen habe ich auch eine Saucenlinie lanciert. Ich habe wirklich angefangen, meine kreativen Aktivitäten zu erweitern und meine Liebe zum Essen und Kochen auszuleben.

Dann ist dir das Kochen inzwischen wichtiger als die Musik?
Das würde ich nicht sagen. Beides ist mir sehr wichtig. Schon seit meiner Kindheit. Mein Vater war Jazzmusiker, meine Mutter Köchin. Ich habe allerdings zuerst mit der Musik begonnen. Das Kochen kam erst später. Als ich vom Musikmachen eine Auszeit nahm, brachte ich die Liebe zum Essen auf ein neues Level.

Du hast auch eine eigene Kochshow.
Genau! Ich wollte meine Liebe zum Kochen mit der Welt teilen, und so startete ich ein Pilotprojekt. Glücklicherweise konnte ich einen TV-Sender von meiner Idee überzeugen.

Dein letztes Album heisst «Food». Was haben Kochen und Musik gemeinsam?
Essen und Musik sind zwei Dinge, die du nicht ablehnen kannst. Sobald man ein Lied hört, ist man bereits involviert. So ist es auch, wenn man gutes Essen riecht. Beides löst in mir ein Verlangen aus.

Auf was könntest du eher verzichten: aufs Kochen oder Musikmachen?
Das kann ich nicht beantworten. Das wäre, wie wenn ich mich entscheiden müsste, welches meiner Kinder ich am liebsten habe.

«Ich bin stolz darauf, dass ich immer mein eigenes Ding durchgezogen habe.»

Wenn du zurückblickst: Auf was bist du stolz als Musikerin?
Dass ich immer mein eigenes Ding durchgezogen habe. Bei «Kaleidoscope» ging es um die Kunst. Mir war egal, ob ich davon drei Millionen oder nur drei Alben verkaufe. Ich wollte zeigen, dass es für ein dunkelhäutiges Mädchen möglich ist, anders auszusehen und zu klingen. Auch alle weiteren Platten habe ich trotz kritischen Stimmen durchgebracht, wie
ich wollte. Was ich heute anders machen würde: Ich würde von Anfang an für die Rechte an meiner Musik einstehen.

Jetzt feierst du «Kaleidoscope» ein weiteres Mal. Warum?
Wegen der kulturellen Bedeutung dieses Albums. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir diesen Meilenstein, den wir vor 20 Jahren erreichten, würdigen.

Wie fühlt es sich für dich an, die alten Songs wieder zu performen? Vielleicht ein wenig nostalgisch?
Aber auf jeden Fall gut. Es wird Spass machen, einige der Lieder aus dem Album zu spielen, die ich sonst nicht regelmässig im Programm habe.

Du kommst ja nach Zürich. Was verbindet dich mit der Schweiz?
Skifahren! Ich hatte beim letzten Mal einen schlimmen Unfall in den Schweizer Alpen. Daher ist es eine unvergessliche Erinnerung.

Was dürfen deine Schweizer Fans an deinem Konzert erwarten?
Sie werden eine gute Zeit erleben. Aber lasst euch einfach überraschen.

Welche musikalischen Pläne hast du für die Zukunft?
Ich arbeite an neuer Musik. Ich bin immer am Schreiben und war mit ein paar Produzenten im Studio. Jetzt versuchen wir den richtigen Moment zu erwischen, um die neue Musik zu veröffentlichen.

Was ist dein persönliches Ziel?
Seit ich auf den Hof gezogen bin, verbringe ich so viel Zeit mit Renovierung, Gartenarbeit, Umzug. Wahrscheinlich hat mein persönliches Ziel mit der Fertigstellung des Hofs zu tun (lacht).

Kelis
13.03.2020, Kaufleuten Zürich
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