Foto: Sven Thomann

 An den Swiss Indoors Basel treten der beste Über-Dreissiger (Roger Federer) und der beste Tennis-Teenager (Denis Shapovalov) an. In der frisch umgebauten St. Jakobshalle kommt es zum Duell der Generationen.

Exakt 20 Jahre ist es her, da sorgte die Auslosung für die Swiss Indoors für Schlagzeilen. Roger Federer, damals 17-jährige grösste Hoffnung des Schweizer Tennis und amtierender Wimbledon-Junioren-Champion, wurde ausgerechnet Andre Agassi zugelost.

«Ich glaubte damals nicht, dass er grosse Chancen hätte, an die Spitze zu kommen.»

Andre Agassi

An jenem Tag im Oktober hiess es: Das Tennis von morgen (Federer) trifft auf das Tennis von heute (Agassi). Der US-Amerikaner gewann damals klar 6:3 und 6:2. Im Buch «Facing Federer» von Scoop Malinowski erinnert sich Agassi: «Es sah so aus, als würde er Pete Sampras imitieren.» Und deshalb: «Ich glaubte damals nicht, dass er grosse Chancen hätte, an die Spitze zu kommen.»

Der Rest ist Geschichte. Dieses Jahr feiert Roger Federer sein 20-jähriges Hauptfeld-Jubiläum in Basel. Er wird versuchen, zum 14. Mal den Final der Swiss Indoors zu erreichen und diesen zum neunten Mal zu gewinnen. Bei den Final-Teilnahmen sind freilich nur die mitgezählt, die Roger als Spieler miterlebte. Dass er 1993 als 12-jähriger Ballboy im Endspiel zwischen Michael Stich und Stefan Edberg war? Geschenkt. Tennis TV zeigte Federer letztes Jahr die Bilder der Siegerehrung von damals. Der Maestro zeigte sich gerührt, als er nochmals miterlebte, wie Stich ihm eine Erinnerungsmedaille gab. «Im Herzen bin ich immer noch ein Ballboy», sagt Federer im Video.

Aber er ist auch amtierender Australian-Open-Champion und ältester Spieler in den Top 100. Mit 37 Jahren noch Weltspitze zu sein, das galt im Tennis vor Federer als unmöglich. Auch im Jahr 2018 verkörpert er immer noch das Tennis von heute. Denn die Thronfolge, die lässt immer noch auf sich warten.

Die Jungen sind zwar Hauptfiguren von ATP-Werbekampagnen und machen ab und zu auf sich aufmerksam. Aber der grosse Durchbruch ist dem «Tennis von morgen» weiterhin nicht geglückt. Dieses «Tennis von morgen» repräsentiert ein Mann besonders gut, den die Swiss Indoors als einen der ersten Teilnehmer fix engagieren konnten: den erst 19-jährigen Kanadier Denis Shapovalov.

Shapovalov, künftiger Rockstar des Tennis

19-jähriger Anwärter auf den Tennis-Thron: Denis Shapovalov
19-jähriger Anwärter auf den Tennis-Thron: Denis Shapovalov

Er gilt als ein künftiger Rockstar des Tennis. Besonders wegen seines Aussehens. Die langen Haare erinnern an den jungen Agassi oder an Björn Borg. In Wimbledon gab er es im Gespräch mit der Zeitung Daily Mail sogar zu: «Viele tragen heute kurze Haare, ich habe eher einen 80-er oder 90-er Look.»

Als er sich einst für die Kadetten der Luftwaffe angemeldet habe, seien ihm die Haare kurz geschoren worden. Doch Shapovalov entschied sich für Tennis und Mähne, aber gegen Militär. Tennis-Nostalgiker mögen den Linkshänder nicht nur wegen seiner Retro-Frisur, sondern wegen seiner eleganten Spielweise, besonders seiner einhändigen Rückhand.
Shapovalov in der Daily Mail: «An der Wand meines Schlafzimmers hatte ich ein Foto von Roger, wie er für eine Rückhand ausholt. Ich wachte auf und sah das Bild.» Er modellierte den Schlag nach Federer.

Ob in Basel, wie vor 20 Jahren, wieder das «Tennis von heute» auf das «Tennis von morgen» trifft? Shapovalov und Federer haben noch nie gegeneinander gespielt. Wie wär’s mit einem gemeinsamen Auftritt in der schmuck renovierten St. Jakobshalle, die mit den Swiss Indoors Basel eingeweiht wird?

SWISS INDOORS
22.10. – 28.10.2018, St. Jakobshalle Basel
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