Laura Mvula 2016

Vom Säusel-Soul zum Power-Pop: Laura Mvula (29), Britin mit karibischen Wurzeln, hat eine schwere Zeit durchlebt. Offenbar hat sie das stark gemacht.

Laura Mvula, so kennen wir Sie gar nicht. Ihr neues Album «The Dreaming Room», das nächste Woche erscheint, hört sich viel energievoller an. Und auch Ihr Look hat sich verändert – starkes, sattes Make-up, kräftige Farben.

Laura Mvula: Das stimmt wohl. Ich wollte nicht mehr diese Frau sein, die alle akzeptieren. Ich bin viel selbstbewusster geworden. Und wollte mit meinem Album etwas wagen, die Wohlfühlzone verlassen.

Sie haben eine Scheidung durchgemacht, sprachen auch offen über Ihre Panikattacken. Kann man in solch schweren Phasen überhaupt kreativ sein?

Das neue Album ist mir tatsächlich viel schwerer gefallen. Es war schmerzhaft. Ich bin sehr tief in mich gegangen – und habe mich dabei selber gefunden. Letztlich hat es sich für mich gelohnt.

Ein Song auf dem Album heisst «Phenomenal Woman». Meinen Sie damit sich selbst?

Ja, das stimmt, ich bin eine phänomenale Frau. Wie im gleichnamigen Gedicht von Bürgerrechtlerin Maya Angelou, das mich dazu inspiriert hat. Und ich umgebe mich auch mit Frauen, die alles an sich feiern.

Ihr neues Album hat viel mehr Drive und Rhythmus als das vorherige – und viel mehr Gitarre.

Ja, ich bin ein Gitarren-Freak, auch wenn ich sie selber gar nicht spiele.

Aber Sie konnten den legendären Nile Rodgers als Gitarristen gewinnen.

Ja, für den Song «Overcome», das war fantastisch. Ich dachte eigentlich, das Stück sei fertig – dann kommt dieses Genie mit seiner Gitarre und macht noch einen ganz anderen Song daraus. Ehrlich gesagt höre ich mir den Song täglich zweimal an.

Bestimmt die Gitarre auch Ihr kommendes Konzert in Luzern? 2013 waren bei Ihrem KKL-Auftritt noch Cello und Harfe dominant.

Cello und Harfe werden auch jetzt auf der Bühne dabei sein, aber man wird den Sound nicht wiedererkennen – die Instrumente wirken durch Loops wie ein ganzes Orchester.

LAURA MVULA
30.07.16, Blue Balls Festival Luzern
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