Little Mix sind die erfolgreichste britische Girlband seit den Spice Girls. 2011 gewannen sie die Castingshow «The X Factor», im Mai kommen sie zum zweiten Mal für ein Konzert in die Schweiz. Im exklusiven Backstage-Gespräch verrieten uns die Britinnen auch Privates.

Hallenstadion, Zürich: Draussen warten schon Tausende Teenies auf den Einlass, drinnen führen wir unser Interview mit der britischen Girlband Little Mix. Ursprünglich war ein Zürcher Nobelhotel als Interview-Ort vorgesehen, doch aufgrund des engen Terminplans wurde es ins Hallenstadion verschoben. Fragen zu Ex-Freunden sind nicht erlaubt, obwohl ihr damals aktuelles Lied «Shout Out to My Ex» heisst.

Ihre Karriere konzentrierte sich bisher vor allem auf Grossbritannien, wo sie 2011 als bisher einzige Girlband die Casting-Show «The X Factor» gewannen – beworben hatten sie sich als Einzelkandidatinnen. Heute können sie mit 300’000 Besuchern auf die erfolgreichste Hallentournee Grossbritanniens im Jahr 2016 zurückblicken, «Glory Days», im November erschienen, ist ihr erstes Nummer-1-Album.

Wir treffen die vier Britinnen in der sehr kleinen Garderobe ihrer Backgroundtänzerinnen. Leigh-Anne, Perrie, Jesy und Jade treten mit 15 Minuten Verspätung ein, starren in ihr Handy. Sie wirken etwas desinteressiert, seien den ganzen Tag nur im Backstagebereich des Hallenstadions gewesen. Sightseeing gibt es leider keines. Doch nach dem Interview war die Anspannung verflogen.

event.: Zwischen eurem letzten Album «Get Weird» und eurem neusten Werk «Glory Days» ist nur ein Jahr vergangen, ihr wart in dieser Zeit sogar noch auf Tour. Wie habt ihr es geschafft, das Album in so kurzer Zeit aufzunehmen?
Jade Thirlwall: Normalerweise ist eine Albumproduktion schwieriger, bei «Get Weird» haben wir sogar ein ganzes Album gekippt und alles nochmal neu aufgenommen. Bei «Glory Days» war das anders: Geschrieben haben wir es übers ganze Jahr verteilt, beispielsweise auf unserer Tournee, und aufgenommen haben wir es in nur zwei Wochen. Glücklicherweise hat gleich alles für uns gepasst, auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Was war euch dabei wichtig?
Perrie Edwards: In erster Linie lag uns viel daran, dass sich viele Leute mit dem Album und den Texten darin identifizieren können. Wir haben über vieles geschrieben, was wir im letzten Jahr erlebt haben – und was vor allem Mädchen und Frauen tagtäglich erleben. Es ist ein sehr ehrliches Album, dafür erhalten wir viel gutes Feedback: Heute haben wir erfahren, dass unser Album in Grossbritannien sogar direkt auf Nummer 1 eingestiegen ist.

Herzlichen Glückwunsch! Als ihr bei der Castingshow «The X Factor» mitgemacht habt, habt ihr euch als vier Einzelkandidatinnen beworben und wurdet zu einer Gruppe geformt.
Leigh-Anne Pinnock: In erster Linie war uns das egal, wir wollten ja alle in der Show so weit wie möglich kommen.
Perrie Edwards: Das war ein kleiner Schock. Zuerst haben sie uns aus der Sendung gekickt. Doch dann wollten sie uns doch als Gruppe zurückhaben.
Leigh-Anne Pinnock: Damals im Bootcamp hatten Jade, Jesy und ich schon den Gedanken einer Band, weil uns die Jury beim Vorsingen schon sagte, dass sie uns eher in einer Gruppe sehen würde. Ich bin glücklich, dass es so kam.

Ihr sagt, dass ihr vier beste Freundinnen seid. Wann streitet ihr?
Jesy Nelson: Wir haben nur kleine Freundinnen-Streitereien, beispielsweise wenn jemand müde und gereizt ist. Aber das passiert nur etwa einmal im Jahr. Wir haben uns wirklich sehr gern und wissen, dass wir zu viert stärker sind. Wieso sollten wir streiten?

Also verbringt ihr auch die Freizeit zusammen?
Jesy Nelson: Ja, natürlich! Wir können nicht genug voneinander bekommen.
Ein bisschen verrückt.

«Unsere Mütter haben eine Whatsapp-Gruppe und gehen zusammen auf Partys.»

Stimmt es, dass eure Mütter sogar zusammen feiern gehen?
Leigh-Anne Pinnock: Ja! Sie haben sogar eine Whatsapp-Gruppe, die «Mummy Mixers» heisst.
Perrie Edwards: Ich dachte, sie heisst «The First Mums Club» oder so? Es ist einfach so süss, dass sie sich treffen und zusammen ausgehen. So wie wir unsere Erfahrungen hier sammeln, machen sie ihre Erfahrungen als Mütter von Mitgliedern einer Girl Group.

In Grossbritannien spielt ihr in den grössten Hallen, auf europäischem Festland sind es noch die kleineren Säle und Hallen. Was mögt ihr lieber?
Perrie Edwards: Schwierig! Eigentlich beides. Es ist cool, wenn eine intime Atmosphäre herrscht, beispielsweise bei akustischen Konzerten. Grosse Shows sind aber auch gut. Also: Je grösser, desto besser.

Ihr begleitet Ariana Grande auf ihrer «Dangerous Woman Tour» in Nordamerika. Habt ihr sie schon einmal getroffen?
Jade Thirlwall: Ja, bei diversen Fernsehshows. Wir sind unsere gegenseitigen Fans, sie ist echt toll. Wir waren total überwältigt, als wir hörten, dass sie uns als ihre Vorgruppe will.

Was haltet ihr von der Schweiz?
Jade Thirlwall: Die Schokolade ist sooo lecker. Aber das sagen bestimmt alle.
Leigh-Anne Pinnock: Und ihr habt traumhafte Thermalbäder. Vor allem, die auf dem Berg mit dem schönen Panorama. Einmalig!

Im Mai besucht ihr uns ja auch wieder in der Schweiz.
Perrie Edwards: Wir haben gerade vorhin in unserer Garderobe darüber gesprochen, wie die neue Tour aussehen soll. Witzig! Welchen Song wir als erstes spielen, wie die Outfits aussehen sollen, ob wir LED-Screens haben wollen. Das diskutieren wir gerade.
Jade Thirlwall: Es soll sicher anders als unsere letzte Tournee sein. Lasst euch überraschen!

Was ist euer grösster bisheriger Erfolg?
Perrie Edwards: Das war der Moment, als unser aktuelles Album in Grossbritannien auf Platz 1 kam. Das haben wir bis jetzt noch nie geschafft, wir sind total überwältigt.
Leigh-Anne Pinnock: Es ist unser liebstes Album bis jetzt. Wir werden immer besser, genau wie unsere Alben.

 

LITTLE MIX Glory Days Tour
Mo 29. Mai 17, Samsung Hall Zürich
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