Er ist 27 Jahre alt und füllt die grössten Hallen Deutschlands: Luke Mockridge wurde gar als Nachfolger von Stefan Raab gehandelt. Wir trafen das Comedy-Talent zum Gespräch.

Die Komik liegt ihm im Blut, denn Luke Mockridge ist Teil einer achtköpfigen Künstlerfamilie. Seine Mutter Margie Kinsky ist Komikerin, sein Vater Bill Mockridge spielte über 20 Jahre in der ARD-Serie «Lindenstraße» die Rolle des Erich Schiller. Seine fünf Brüder hätten alle verschiedene Talente. «Ich war schon immer der Lustige», erzählt er. «Meine Familie war mein erstes Publikum.» So konnte er schon als kleiner Bub seine Kameraden in der Pause zum Lachen bringen.

Luke Mockridge gewann den Deutschen Comedypreis

Als Stefan Raab im letzten Jahr seinen Rücktritt vom TV-Bildschirm bekannt gab, wurde in den deutschen Boulevard-Blättern ein Name als Nachfolger Raabs gehandelt: Luke Mockridge. Er war oft in Raabs Show «TV Total» zu Gast und gewann 2012 den Deutschen Comedypreis in der Kategorie «Newcomer». Seit letztem Februar ist er zudem der jüngste Comedian, der die Kölner Lanxess-Arena bis auf den letzten Platz füllen konnte. Die Nachfolgegerüchte stellten sich zwar als unwahr heraus, trotzdem hat Mockridge mit «Luke! Die Woche und ich» eine eigene Sendung auf Sat.1. Ausruhen tut er sich deswegen nicht.

Michel Imhof: Dein Programm heisst «I’m lucky, I’m Luke!» Warum?

Luke Mockridge: Es ist ein lustiges Wortspiel, ich heisse ja Luke (lacht). Aber irgendwie passen da viele Sachen drauf. Die Comicwelt spiegelt sich in meinem Leben wider: Es ist alles ein bisschen bunt, naiv und kindlich. Aber manchmal ist auch dieser kindliche Blick von mir genau richtig. In einer Welt, die manchmal sehr negativ und traurig sein kann, ist mein Blick ein positiver. Das versuche ich den Leuten auch mitzugeben.

Wie würdest du dein Programm beschreiben?

Es macht mir Spass, meine Generation punktgenau anzusprechen. Mit verschiedenen Cartoons, Spielen oder auch Gadgets der damaligen Zeit. Ältere Mütter, die da im Publikum sitzen, kennen zwar die Glücksbärchis manchmal nicht, aber finden mich dann trotzdem sympathisch. Es sind alle willkommen.

Was ist für dich guter Humor?

Wenn er mich überrascht. Meine Eltern haben ein Improvisationstheater in Bonn gegründet, darum bin ich mit Comedy gross geworden. Ich kenne die Mechanismen von Comedy schon in- und auswendig. Deshalb überrascht es mich, wenn ich eine Pointe nicht kommen sehe. Ich finde skurrile Comedians cool, Helge Schneider oder Alf Poier zum Beispiel.

Was magst du am meisten an deinem Job?

Dass kein Tag ist, wie der davor. Heute stehe ich auf der Bühne, morgen bin ich bei YouTube, dann habe ich einen Promo-Tag, und später mache ich Aufnahmen fürs Fernsehen. Diese Mischung ist sensationell und macht tierisch Spass. Ich könnte nicht ständig am selben Ding arbeiten.

Du bist mit fünf Brüdern aufgewachsen. Wie war das für dich?

Fantastisch. Wir sind sechs Jungs zu Hause, alle von den gleichen Eltern. Das muss man ja heute dazusagen (lacht). Natürlich gab es beim Grosswerden Reibereien, aber das härtet ja auch nur ab. Jetzt habe ich fünf gute Freunde, alle in Deutschland verteilt. Wenn ich auf Tour bin, habe ich also immer verschiedene Homebases. Das ist wirklich sehr wertvoll, für mich ist Familie das Wichtigste im Leben.

Warst du schon immer so lustig?

Meine Familie war mein erstes grosses Publikum. Wir waren acht Personen, und jeder hatte sein Talent. Ich war dann der Lustige und habe immer gerne Gags gemacht. Natürlich auch in der Schule. Die Lehrer haben mich aber nie gehasst, ich war der sympathische Pausenclown, der wusste, wie weit er gehen konnte.

Hast du Groupies?

Ich kriege mit, dass ich auf sozialen Medien angeschrieben werde. Aber Gebrauch machen tu ich davon nicht. Das würde mich auch nicht reizen. Ich liebe es, Frauen zu erobern, zu flirten und den ersten Schritt zu machen. Dass sich Groupies so aktiv anbieten, ist bis jetzt auch nicht vorgekommen.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Ich habe eigentlich kein konkretes Ziel. Ich hoffe einfach, dass ich immer noch so glücklich mit meinem Leben bin, wie ich es jetzt bin. Egal, ob das Comedy, Musik, Filme oder Kinderbücher sind. Es wird etwas Kreatives sein, aber wo ich genau stehen werde, weiss ich nicht.

LUKE MOCKRIDGE
25.09.16, Hallenstadion Zürich
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