WTA Guangzhou Open Martina Hingis
Tennis-Ass Martina Hingis wieder ganz in ihrem Element.

Vor zwanzig Jahren gewann Martina Hingis ihren ersten Grand-Slam-Match. Und noch heute ist die 22-fache Major-Siegerin aktiv – bald auch als Aushängeschild der Ladies Open Biel.    

event.: Martina Hingis, was sind Ihre schönsten Erinnerungen vor Heim­publikum?Martina Hingis: «Meine Auftritte als Teenager am Zürich Turnier – zunächst noch in der Saalsporthalle. Kürzlich habe ich einen Ordner geschenkt bekommen mit allen Fotos und weltweiten Zeitungsartikeln über mich. Das ist 22 Jahre her, da war ich 14 – das ist schon unglaublich! Damals war das Interesse der Schweizer Fans riesig. Mein Highlight war natürlich, als ich nach zwei Final-Niederlagen im Jahr 2000 endlich gewonnen habe.»

Was bedeutet es Ihnen, in Biel nun wieder ein Heimturnier zu haben?
«In der Schweiz zu spielen ist eine gute Gelegenheit, sich auch mal neben den Grand Slams im guten Licht zu zeigen. Nach unserem Doppelerfolg mit Silber bei Olympia in Rio gab es in der Schweiz ein riesiges Echo. Da sahen Leute am Fernseher zu, die sonst nie Tennis schauen. Ich wurde so oft angesprochen – in meinem Wohnort, im Stall, im Restaurant, im Laden, auf der Strasse! Alle fragten, wann spielst du wieder mal in der Schweiz? Wann ist wieder Fed Cup? Jetzt kann ich sagen: Kommt nach Biel – da gibts erstklassiges Frauen-Tennis mit Belinda Bencic, Viktorija Golubic und mir!»

Warum gab es solange kein Frauen-Turnier mehr in der Schweiz?
«Es ist schade, aber in Zürich wurde das Angebot an Unterhaltung schlicht zu gross. Und es braucht gute Schweizer Einzelspielerinnen wie Belinda, Viktorija oder Timea Bacsinszky. Ich war lange weg von der Tour. Aber die meisten finden es cool, dass ich jetzt im Doppel erfolgreich bin.»

Sind Sie stolz darauf, noch heute ein Aushängeschild zu sein?
«Natürlich, was ich erreicht habe, hat es bei den Frauen in der Schweiz vorher und nachher nie mehr gegeben. Nach mir gab es einen Schub – und wir sind mit Roger Federer, Stan Wawrinka, Belinda und Timea eine Tennisnation geworden. Diese Ära hat wohl mit mir als erste Grand-Slam-Siegerin begonnen. Toll wäre, wenn das in unserem kleinen Land zur Tradition würde. Natürlich sind unsere Stars Einzelgänger, Ausnahmetalente. Aber sie erhalten im Schweizer Verband ein gutes Fundament.»

Haben Sie heute mehr Spass am Spiel als früher unter dem Einzel-Druck?
«Mehr Spass nicht – ich spielte ja schon damals gerne Tennis. Aber mit 17 hast du andere Interessen als mit 36. Die letzten zwei Jahre waren unglaublich, ein Bonus. Ich bin heute nicht mehr so am Limit wie früher, als ich Einzel und Doppel spielte. Ich kann andere Dinge erleben und geniessen. Und es bleibt mehr Zeit für Aufgaben neben dem Tennis für Sponsoren und Turnier-Promotion.»

Wie als Botschafterin für die Ladies Open in Biel …
«Ja, ich freue mich sehr darauf. Ich berate die Organisatoren bei Fragen zu den Bedürfnissen der Spielerinnen. Bei der Wahl der Unterkünfte, bei Freizeit-Aktivitäten oder anderen Details, mit denen Sie ihre Stars glücklich machen können. Am Turnier selbst werde ich auch für Aktivitäten mit Sponsoren, Fans oder auch mit den kleinsten Besuchern am Kids Day zur Verfügung stehen. Früher waren solche Verpflichtungen eher eine Last. Jetzt ist die Zeit gekommen, zurückzugeben, was mir das Schweizer Tennis gegeben hat.»

Ladies Open: Damen mit Schlagkraft

WTA Australian Open Martina HingisDie Durchführung des Ladies Open in Biel als eines der letzten Hallenturniere des Frühjahrs garantiert dem OK ein attraktives Teilnehmerinnenfeld. Neben den Schweizer Top-Damen Martina Hingis, Belinda Bencic und Viktorija Golubic werden weitere Talente von Weltklasse erwartet. Mit 32 Spielerinnen im Hauptfeld, 32 in der Qualifikation und 32 Spielerinnen im Doppel kann sich das Line-up sehen lassen. Der Siegerin winkt ein Preisgeld in der Höhe von 250’000 Dollar.

Austragungsort ist die frisch erstellte Tennisarena mit Platz für bis zu 2’500 Fans. Swiss Tennis erweitert damit sein Trainingsangebot, anderseits können hier Eigen- und Fremdanlässe durchgeführt werden. «Die Kapazität wurde ganz bewusst so ‹klein› gehalten», sagt Swiss Tennis-Geschäftsführer Stefan Flückiger. «Für grössere Eigenanlässe wie Fed Cup oder Davis Cup haben sich verschiedene Standorte und Hallen bereits bestens bewährt. Für kleinere und mittlere Veranstaltungen wie Tennis- und andere Anlässe ist die Grösse der neuen Halle nahezu optimal, und auch das Fassungsvermögen aus unserer Sicht bedürfniskonform.»

WTA LADIES OPEN 2017
10. bis 16. 4.17, Swiss Tennis Center Biel
TICKETS

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