Metal für Anfänger

Männer mit Bärten, Bier und wildes Schütteln der über­langen Haare. Das Klischee von Metal ist weitverbreitet – und trifft zu.

Unschwer erkennt man den klassischen Metaller: mit Bier in der Hand an vorderster Front, die Hand zur Pommesgabel erhoben. Metal ist aber nicht nur Bier und Rülpsen. Dieses Genre hat zahllose Subkategorien. An den Bands, die wir hier vorstellen, wird ersichtlich, wie vielfältig Metal ist. Sie alle sind bald in der Schweiz zu erleben.

1. Amon Amarth: Melodic Death Metal

Amon Amarth 2016

Bei einem Gig von Amon Amarth wähnt man sich auf einem Schlachtfeld. Massive Schweden, stämmige Wikinger, wie sie im Buche stehen, verwöhnen uns mit waschechtem Melodic Death Metal. Diese Stilart vereint die klassischen Eigenschaften von Death Metal, die da wären: stark verzerrte Gitarren, gutturaler Gesang und schnelle Double-Bass-Muster, mit dem Adjektiv «melodic», welches den Gebrauch von Moll-Tonleitern bei zweistimmigen Riffs, Soli oder auch in Gesangslinien beschreibt. In ihren Songs erzählen sie von Wikingern und der nordischen Mythologie. Tumba in Schweden ist der Ort, wo alles begann. Hier fanden die drei Gründungsmitglieder Ted Lundström (Bass), Olavi Mikkonen (Gitarre) und Johan Hegg (Gesang) schon 1988 zusammen und gründeten die Band Scum, welche 1992 zu Amon Amarth wurde.

Harte Fakten

Ihren Namen haben die Schweden von J. R. R. Tolkiens Mittelerde, dort heisst ein Vulkan Mount Doom, was sich in der Sprache Sindarin (fiktive Sprache, erfunden von Tolkien für die Welt «Arda») auf «Amon Amarth» übersetzen lässt.

AMON AMARTH
Di., 15.11.16 / Salle Métropole, Lausanne
Mi., 16.11.16 / Komplex 457, Zürich
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2. Opeth: Progressive Death/Rock Metal

Opeth 2016

Was mit Mikael Åkerfeldt 1990 als Death Metal begann, entwickelte sich zu einer der kreativsten Metalbands der heutigen Zeit. In ihren typisch langen Kompositionen vereinen sie Progressive, Folk, Blues, Classical und Jazz mit den Death-Metal-Komponenten ihrer Entstehung.

Gegründet wurden Opeth in Schweden, wo der ehemalige Sänger David Isberg Mikael Åkerfeldt zu einer Probesession als Bassist einlud. Leider versäumte es Isberg, seiner Band von der Einladung zu erzählen, auch dem damaligen Bassisten der Band. Kurzum feuerte Isberg die gesamte Band und startete ein Projekt mit Åkerfeldt.

Die Band besteht heute aus Mikael Åkerfeldt ­(Gesang), Martín Méndez (Bass), Martin Axenrot (Drums), Fredrik Åkesson (Gitarre) und Joakim Svalberg (Keyboards).

Harte Fakten

Åkerfeldt selbst beschrieb den ersten Gig von Opeth als «die vermutlich schlimmste Aufführung, die man sich vorstellen kann». Åkerfeldt stand mit dem Rücken zum Publikum, um dem Drummer Zeichen zu geben, da dieser die Songs der Band nicht kannte. Das war noch nicht alles: Der Bassist versteckte sich während des ganzen Auftritts hinter dem Bühnenvorhang. Das Publikum nahm das Mikrofon an sich und bewarf die Band mit gebrauchtem Snuff-Tabak.

OPETH
So., 13.11.16 / Volkshaus, Zürich
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3. Meshuggah: Extreme Metal

Meshuggah 2016

Dem Groove von Meshuggah kann man sich nur schwer entziehen. Als Extreme Metal gelabelt, wurde die Band international bekannt durch ihre Fusion von schnellem Death Metal, Djent und progressiven Elementen. Djent ist ein Kind Meshuggahs, lautmalerisch beschreibt er einen hart angeschlagenen, abgedämpften Akkord auf der Gitarre, erstmals verwendet vom Gitarristen Fredrik Thordendal. Meshuggah sind berühmt für ihren innovativen Style, die komplexen Songstrukturen und die Polyrhythmen. Der Name stammt vom jiddishen Wort für «verrückt». Die Band besteht heute aus Jens Kidman, Fredrik Thordendal (Gitarre, Background-Gesang), Tomas Haake (Drums, Zusatzgesang), Mårten Hagström (Gitarre, Background-Gesang) und Dick Lövgren (Bass).

Harte Fakten

Meshuggah wurden im Rolling-Stone-Magazin in den Top Ten der wichtigsten Hardrock-Bands gelistet, die Alternative Press erhob die Schweden sogar zur «wichtigsten Band im Metal».

MESHUGGAH
Mo., 5.12.16 / Konzertfabrik, Pratteln
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4. Architects: Mathcore

Architects 2016

Bei Core denken die meisten Metaller sofort an Plugs (ausgedehnte Ohrläppchen), Violent Dancing (Schläge, Kickbox-Griffe und hohe Tritte als Tanz mitten im Publikum) und «Bubis». Oft wird dabei die Vielfalt des Core vergessen. Die Architects machen Mathcore, auch Chaoscore, das sich an Einflüssen aus dem Extreme-, Progressive- und Technical Death Metal bedient. Mit dem Wechsel von reinen Vocals und «Screamings» (Schreien), die mit groovig-rhythmischen Riffs untermalt werden, gewinnen die Architects seit 2004 die Core-Herzen. Die Band besteht aus Sam Carter (Gesang), Tom Searle (Gitarre), Dan Searle (Drums), Alex «Ali Dino» Dean (Bass) und Adam Christianson (Gitarre).

Harte Fakten

Die Architects sind nicht nur eine der grössten Heavy-Bands Englands, sondern auch eine der politischsten. Alle Mitglieder von Architects pflegen einen veganen Lebensstil und touren stets mit Rücksicht auf ihren ökologischen Fussabdruck, ihre Songs handeln von umwelt- und sozialpolitischen Problemen.

ARCHITECTS
Mo., 7.11.16 / Komplex 457, Zürich
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5. In Extremo: Mittelalter-Metal

In Extremo 2016

«Ich bin kein Strolch, doch ich bin frei, an mir ging dieser Kelch vorbei.» («Frei zu sein» von In Extremo.) Mit ihren mittelalterlichen Klängen und Texten gehören In Extremo zu den kommerziell erfolgreichsten Bands des Mittelalter-Rock. Im Mittelalter-Rock werden Instrumente der modernen Rockmusik mit historischen Instrumenten wie der Sackpfeife verbunden.
In Extremo wurden 1995 gegründet und bestehen aus «Das letzte Einhorn» (Michael Robert Rhein), «Van Lange» (Sebastian Oliver Lange), «Die Lutter» (Kay Lutter), «Dr. Pymonte (André Strugala), «Flex der Biegsame» (Marco Ernst-Felix Zorzytzky), «Yellow Pfeiffer» (Boris Pfeiffer) und «Specki T.D.» (Florian Speckardt).

Harte Fakten

Viele ihrer Texte stammen aus dem europäischen Mittelalter und der frühen Neuzeit. Zum Beispiel von Johann Wolfgang von Goethe («Rattenfänger»).

IN EXTREMO
Do., 20.10.16 / Komplex 457, Zürich
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6. Sabaton: Power-Metal

Sabaton 2016

Mit der charakteristisch rauen Stimme des Sängers Brodén, gepaart mit Keyboardspuren und dem energiesprühenden Auftritt der Band schaffen Sabaton Power-Metal, wie wir ihn kennen und lieben. Power-Metal hat einen europäischen Ursprung und vereint schnelles Tempo mit eher hohen Stimmlagen und legt eine Emphase auf Melodien, die oft durch Keyboards unterstützt werden. Die 1999 gegründete Band, ehemals Aeon genannt, stammt aus Schweden und besteht heute aus Joakim Brodén (Gesang), Pär Sundström (E-Bass), Chris Rörland (E-Gitarre), Thobbe Englund (E-Gitarre) und Hannes Van Dahl (Drums).

Harte Fakten

Obwohl Sabaton in ihren Liedern ausschliess­lich Kriegsthemen besingen, weist die Band Vorwürfe der Kriegsverherrlichung komplett zurück. Kriegerisch auch ihr Name: Sabaton ist der Eisenschuh, der im Mittelalter als Teil der Rüstung getragen wurde.

SABATON
Fr., 3.2.17 / St. Jakobshalle, Basel
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