Sen Guo

Die Oper Schenkenberg im Aargau ist das grösste Oper-Openair-Festival der deutschsprachigen Schweiz und ist bekannt für ihre zauberhaften, aufwendig gestalteten Open-Air-Kulissen und für die Topsolisten, die sie jedes Jahr engagiert. Nach Carmen (2010) auf dem Feldschenplatz in Schinznach-Dorf und «Il trovatore» (2013) in einer Grossgärtnerei geht es nun in Brugg-Windisch mit Verdis «Rigoletto» weiter. Das Festspielgelände befindet sich dieses Jahr zwischen der Aare und der Turnhalle Mülimatt, die mit ihrer modernen Architektur die Rückseite der Bühne bildet. Die Tribüne mit knapp 1900 Sitzplätzen umschliesst die Bühne komplett und sorgt so für einen praktisch von der Aussenwelt abgeschlossenen, lärmgeschützten Raum – und für ungestörten Operngenuss, auch bei Regenwetter.

Internationale Star-Solisten am Freilicht-Opernspektakel

Als Solisten mit dabei sind dieses Jahr die chinesische Sopranistin Sen Guo – die Solistin am Opernhaus Zürich wird die Gilda singen – sowie Anoo­shah Golesorkhi, charismatischer Bariton mit persischen Wurzeln, der an der New Yorker Metropolitan Opera, an der Wiener Staatsoper und an unzähligen anderen führenden Opernhäusern der Welt zu Hause ist. Golesorkhi wird für die Oper-Schenkenberg-Inszenierung die männliche Hauptrolle «Rigoletto» verkörpern.

Auch Peter Bernhard, treibende Kraft und Intendant, wird dieses Jahr erneut als Solist auf der Bühne stehen: Er ist Tenor und singt die Rolle des Herzogs von Mantua. Peter Bernhard freut sich auf die diesjährige Inszenierung: «Die mondäne Architektur mit ihren protzigen und mächtigen Streben ist für jeden Bühnenbildner eine unglaubliche Herausforderung. Regie und Kostümbildnerin brauchen ein spezielles, stringentes und trotzdem hoch emotionales Konzept. Den Sängern wird auf diesem Tablett, wo alle Details, jedes Zucken und Regen gnadenlos sichtbar ist, alles abgefordert. Rigoletto ist Belcanto und verlangt höchste technische Anforderungen und grosse Musikalität.»

Liebe, Rache und mitreissende Opern-Hits

«Rigoletto» gilt ausserdem als Giuseppe Verdis Meisterwerk. Die Geschichte vom unmoralischen Herzog von Mantua, der sich an die Tochter seines Hofnarren (und an diverse andere Damen) heranmacht, kann durchaus als Gesellschaftskritik gelesen werden – wer hat, der nimmt sich einfach, was er will. Parallelen kann man bei diversen Staatsoberhäuptern der Welt nachverfolgen. Das Opern-Drama Rigoletto, das auf Victor Hugos Werk «Le roi s’amuse» basiert, ist aber keinesfalls einfach. Alle Figuren – der Herzog, sein Hofnarr Rigoletto, die intriganten Höflinge, die verliebte Gilda – sind wechselseitig abhängig voneinander. Und diese spannende psychologische Dramaturgie hat Giuseppe Verdi kongenial vertont. ­Ergebnis: Fast alle Duette und Arien, zum Beispiel «La donna è mobile», «Caro nome» und das Quartett «Bella figlia dell’amore», sind Welthits geworden.

Unser Tipp: Hingehen, Cüpli trinken, den Topsängern und Grillen zuhören. Und heimlich mitsummen.

RIGOLETTO – OPER SCHENKENBERG
11. – 27.08.2016, Windisch-Brugg
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Anoo­shah Golesorkhi
Anoo­shah Golesorkhi

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