Seven (38) ist Synästhetiker: Er sieht Musik und hört Farben. Sein neues Album teilt der Schweizer Soulpop-Star in vier Farben auf – und zeigt neue Facetten von sich.

Blue

Was ist das? Ein klassisches Orchester! Wie alle seine vier Farbkapitel des neuen Albums «4Colors» (erscheint in der kommenden Woche am 7. Juli) lässt Seven auch den ersten, blauen Teil bombastisch vom Arts Symphonic Orchestra London einleiten. Dann geht es kalt, elektronisch und düster weiter. «Björkisch» nennt Seven das, in Anspielung auf die isländische Musikerin. Seven, gebürtiger Aargauer mit bürgerlichem Namen Jan Dettwyler, sagt: «Es geht hier um Einsamkeit.» Auf dem Song «Zeit» ist Rap-Poet Thomas D von der deutschen Hi-Hop-Combo Die Fantastischen Vier dabei – eine mahnende Reflexion über die Vergänglichkeit. «So etwas wie diese vier blauen Songs hätte man von mir wahrscheinlich am wenigsten erwartet», sagt Seven, der bis anhin als Frohnatur bekannt war.

Yellow

Heiter weiter. «Nach vorne, positiv, urban – es geht darum, dass man miteinander nach vorne schaut.» So umschreibt Seven den zweiten, gelben Teil. Im Song «Die Menschen sind wir» heisst es: «Hass und Angst sind jetzt auf Pause.» Im Video dazu steigt Seven aus einem gelb angemalten Panzer und verteilt Soft Ice – konsequenterweise in Gelb. Im Song wird Seven begleitet von seinen deutschen Kollegen Kool Savas und Nico Suave – neue Freunde in der deutschen Szene, in der Sevens Popularität enorm gestiegen ist, seit er letztes Jahr in der TV-Show «Sing meinen Song» begeisterte. «Wenn mich jemand fragt, ob mir die Sendung geholfen habe, sage ich: Nicht nur geholfen – es hat damit in Deutschland erst richtig angefangen.» Auf seiner Tour steht er derzeit häufiger auf deutschen als auf Schweizer Bühnen – tritt aber auch in Österreich und sogar in Bulgarien auf.

Red

«Es wird Abend, ist gegen Mitternacht, und wir sind in einem Club», sagt Seven zu den Assoziationen, die er mit Rot verbindet. «Das ist sehr körperlich: Beat, Trance und R’n’B, Tanzen bis zur Ekstase – das andere Geschlecht steht im Mittelpunkt.»

Purple

Wer Seven kennt, der ahnt, dass der violette vierte Akt des Albums eine Hommage an Prince ist. «Es ist für mich die Farbe und der Inbegriff von Funk – dieser Teil ist wirklich Prince und seinem Vermächtnis gewidmet», sagt Seven. «Ein Theater aus Sex und Freiheit – Musik für Erwachsene.» Der Tod seines Idols im April 2016 hat Seven sehr getroffen: «Ich kannte Prince zwar nicht persönlich», sagt Seven, «aber es war ein unerwarteter Tod. Bei ihm war alles anders – nicht einmal sterben konnte er normal.»

SEVEN
18.7.2017 MOON & STARS
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