Shakira 2017
Im Dezember ist die zwölffache Grammy-Gewinnerin live auch in der Schweiz zu sehen. Mit ihren Hits und dem berühmten Hüftschwung.

Unglaublich erfolgreich, wunderschön und bald auf «El Dorado World Tour»: Shakira. Die Latina ist eine profilierte Wohltäterin, sogar Ex-US-Präsident Barack Obama hat sich von ihr beraten lassen.

Erotischer Hüftschwung, wilde Blondmähne und schmachtender Bambi-Blick: Wer die 1,57 Meter kleine Musikerin schon einmal live erlebt hat, vergisst die fesselnde Show nie wieder. Shakira Isabel Mebarak Ripoll, wie sie bürgerlich heisst, liefert on stage den perfekten Mix aus sexy-orientalischem Bauchtanz, heissen Rhythmen und Charisma. Und das meist barfuss. Die kleine Kolumbianerin mischt im Popbusiness ganz gross mit: Mehr als 75 Millionen Singles und Alben hat die Latina seit Karrierebeginn verkauft. Dass Shakira einmal zuoberst im Olymp des Pop landen würde, davon war sie schon immer überzeugt: «Seit ich ein Kind war, wusste ich, dass ich eines Tages eine berühmte Singer-Songwriterin werde», erzählt Shakira in einem Interview.

Weiterhin Vollgas

Shakira 2017
Happy, trotz Grössenunterschied: Kicker Piqué (1,94 m), Shakira (1,57 m). Im Januar 2013 kam Sohn Milan zur Welt, zwei Jahre später Bruder Sasha.

75 Millionen verkaufte Tonträger weltweit, ein äusserst erfolgreicher, auf den Tag zehn Jahre jüngerer Fussballergatte (Gerard Piqué von FC Barcelona) und zwei bildhübsche Buben: Mit gerade 40 Jahren könnte sich Shakira auf ihren Lorbeeren ausruhen und in Frührente gehen, wie es schon Supermodel Gisele Bündchen vormachte, das Leben voll auskosten, sich aufs Mamasein konzentrieren. Doch die Dankbare, wie ihr Name auf Arabisch bedeutet, denkt nicht daran. Im Gegenteil: Sie hat alle Hände voll zu tun. Shakira ist ab November auf der «El Dorado World Tour». Mit im Gepäck sind die Songs ihres gleichnamigen Albums und viele ihrer alten Megahits wie «Wherever, Whenever», «La Bicicleta», und natürlich darf die Fussballhymne «Waka Waka» nicht fehlen.

Shakira 2017
Rund 10’000 Kinder und 67’000 Teenager und Erwachsene hat die Non-Profit-Organisation seit dem Beginn schon unterstützt.

Shakira schafft es nicht nur, sich auf der Bühne Gehör zu verschaffen. Sie setzt ihre Popularität auch für ihre ganz persönlichen Anliegen ein, ihre vielen sozialen Engagements. Schon lange bevor es in der Musikbranche in wurde, setzte sie sich für die Ausbildung von Kindern und den Klimaschutz ein. Sie ist nicht nur auf dem Papier eine Wohltäterin, sie hilft mit Leib und Seele Hilfsbedürftigen, vom Schulkind bis zum Obdachlosen. Mit gerade 18 Jahren gründete sie die Fundacion Pies Descalzos (Barfuss-Stiftung). Nicht einfach so ein Name ohne jeden Bezug: Auf der Bühne bewegt sich Shakira am liebsten barfuss, und auch ihr 1995 erschienenes Album trägt diesen Titel. Die Stiftung hat mit der Unterstützung des kolumbianischen Bildungsministeriums und des Instituts für Familienhilfe ein Programm für Bildung und Nahrung für Obdachlose und arme Kinder auf die Beine gestellt. Die Stiftung unterstützt mittlerweile sechs Schulen in Kolumbien. Siebentausend Schüler drücken dort die Schulbank. Zwei Schulhäuser wurden komplett renoviert. Es wird dort nicht nur der vorgegebene Schulstoff unterrichtet, auch Bildung für Erwachsene wird angeboten, und man leistet Sozialarbeit für die Familien. So werden sie etwa bei der Einrichtung von eigenen Gemüsegärten unterstützt. Zwei Fliegen mit einem Streich: Die Ernährung wird gesünder, und das Einkommen verbessert sich durch die Selbstversorgung.

«Es macht mich wütend, wenn ich so viel Ungerechtigkeit auf der Welt sehe».

An ihrem 32. Geburtstag machte sich die Singer-Songwriterin ein ganz besonderes Geschenk: Sie eröffnete ein neues, 5,7 Millionen Franken teures Schulhaus in ihrer Heimatstadt Barranquilla. Doch Shakira tut nicht nur in ihrem Ursprungsland Gutes. Als 2010 ein verheerendes Erdbeben Haiti traf, liess sie das nicht kalt. Mit Juanes, Enrique Iglesias und anderen nahm sie die Benefiz-Single «Ay Haiti» auf. Doch warum so viel Gutmenschentum? Shakira erklärt es so: «Es macht mich wütend, wenn ich so viel Ungerechtigkeit auf der Welt sehe.»

Shakira 2017
2011 traf sich Barack Obama mit der Unicef-Botschafterin.

Das grosse Engagement öffnete der Latina viele Türen, sogar jene des Weissen Hauses. Auch auf dem politischen Parkett macht die inzwischen 40-Jährige eine gute Figur. Bei der «Clinton Global Initiative» von 2007 erhielt sie vom spanischen Staat – ihr derzeitiges Heimatland – eine Zusage für 38 Millionen Franken zur Unterstützung von Naturkatastrophen-Opfer. 2010 folgte Shakiras Ritterschlag: Barack Obama lud sie in sein Oval-Office, ernannte sie zu seiner Bildungsberaterin. Seither gehörte sie auch einer Kommission an, die sich mit der Frage der Bildung der spanischsprachigen Minderheit in den USA befasste, mit dem Ziel, diesen den Zugang zur bestmöglichen Ausbildung zu ermöglichen. Ihr Credo lautet: Für eine bessere Zukunft müssen wir in die Ausbildung investieren.

Poesie, Songtexte und ganz viel Talent

Warum liegt Shakira die Bildung so am Herzen? Vielleicht weil sie selber auf keine klassische Schulkarriere zurückschaut? Ihre Lebensgeschichte liest sich wie das Drehbuch eines Hollywoodfilms. Mit vier Jahren schreibt die Tochter eines gebürtigen New Yorkers mit libanesischen Wurzeln ihr erstes Gedicht, «La rosa del Cristal». Mama Nidia ist Kolumbianerin mit spanisch-italienischen Wurzeln. Klein Shakira wächst im kolumbianischen Barranquilla wohlbehütet auf, doch Papa Don William hat zwei linke Hände: «Ich glaube, mein Vater ist der einzige Geschäftsmann mit arabischen Wurzeln, der keinen Erfolg im Beruf hat», sagte sie einst scherzend.

Mit acht schreibt sie ihren ersten Song, die gesamte Grossfamilie ist begeistert von ihrem Talent. Ihre Grossmutter bringt ihr die libanesische Kultur näher, Bauchtanz scheint für sie das Natürlichste der Welt. Die Begeisterung des Mebarak-Ripoll-Clans ist so gross. Ein paar Jahre später arrangiert ein Verwandter ein Treffen mit einem Musikmanager. Shakira erinnert sich noch heute an ihren ersten Auftritt: «Das Ganze fand auf dem Hotelflur statt. Ohne lange zu zögern, legte ich los, sang und tanzte.» Das spontane Hotelcasting der 13-Jährigen ist der Startschuss zu ihrer Karriere. Doch bevor es richtig losgeht, schliesst sie mit 15 Jahren die Highschool ab.

Shakira 2017
Mit ihrer sechsten Welttournee «El Dorado» macht Shakira Ende Jahr auch in Zürich halt. Dann heissts: Waka Waka!

Ihre ersten beiden Alben «Magia» (Magie) und «Peligro» (Gefahr) verkaufen sich schlecht. Erst ihr drittes Album «Pies descalzos», also «barfuss», schlägt voll ein. Ihr Hit «Estoy aqui» («Ich bin hier») erobert die Hitparade ihrer Heimat und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Ein kometenhafter Aufstieg ist die Folge, doch Shakira bleibt am Boden, setzt sich noch immer für die Ärmsten ein, eröffnet lieber eine neue Schule oder spendet Geld für Naturkatastrophen-Opfer, als sich schnelle Boliden, Schmuck und Villen zu kaufen. Eben, ein Popstar mit ganz grossem Herzen und Talent.

SHAKIRA «El Dorado World Tour»
Fr 1. Dezember 17, Hallenstadion Zürich
TICKETS

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