700 Jahre nach der historischen Schlacht wird der Mythos Morgarten wieder lebendig: Für das grosse Sommerfestspiel wurden bereits über 5’500 Tickets verkauft. Insgesamt werden 10’000 Besucher erwartet, gerechnet wird mit einem Bruttoumsatz von 1,9 Millionen Franken.

Produktionsleiter Urs Zürcher (66) freut sich über das grosse Interesse und sagt im Veranstaltertalk, was geboten wird.

«Morgarten – Der Streit geht weiter» heisst Ihre Theaterproduktion zur Feier der berühmten Schlacht von 1315. Warum wird auch 700 Jahre danach immer noch gestritten?

Urs Zürcher: Auf der einen Seite wird heute unter Historikern und auch in der Bevölkerung darum «gestritten», was denn eigentlich 1315 am Morgarten geschehen ist und welche Bedeutung dieser Schlacht beigemessen werden muss, wenn sie denn stattgefunden hat.

In unserem Stück wird darum gestritten, wie heute ein solches Jubiläum angemessen zu feiern ist. Darüber gehen die Meinungen auf der Bühne weit auseinander. Natürlich ist die handfeste Auseinandersetzung mit Augenzwinkern zu verstehen.

Lief es dafür hinter der Bühne bis jetzt friedlich ab?

Unser Leitungs-Team arbeitet sehr professionell, und wir kennen uns aus vergangenen Produktionen. Selbstverständlich läuft nicht alles immer so, wie ich es mir wünschen würde. Bei mir und auch bei unserer Regisseurin Annette Windlin braucht es jedoch einiges, um uns aus der Ruhe zu bringen. Die Stimmung könnte tatsächlich nicht besser sein. Alle freuen sich riesig auf die kommende Theaterzeit.

Was war bisher die grösste Herausforderung?

Das war ganz klar die Parkplatzproblematik. Beim und rund um das Festareal finden sich praktisch keine Parkplätze. Ich musste also für rund 800 Besucherinnen und Besucher sowie rund 150 Mitwirkende Parkplätze suchen. Das war eine Herkules-Aufgabe, die ich inzwischen zur Zufriedenheit lösen konnte, einerseits mit Shuttle-Bussen ab Sattel und Oberägeri, andererseits mit baulichen Massnahmen auf einem landwirtschaftlichen Grundstück neben dem Festareal.

War es einfach, die 100 Darsteller dafür zu gewinnen und zu motivieren?

Wir haben sehr früh Informationsabende veranstaltet, das ganze künstlerische und organisatorische Team vorgestellt und unser Vorhaben verständlich kommuniziert. An diesen Abenden ist der Funke gesprungen.

Was motiviert Sie persönlich am meisten?

Als rüstiger Rentner reizte es mich, nochmals eine äusserst anspruchsvolle Herausforderung anzunehmen, wobei ich mir das sehr gut überlegt habe und auch meine Familie miteinbezogen habe. Bei Null anzufangen, das war schon sehr hart und kostete mich manch schlaflose Nacht. Der aussergewöhnliche Teamgeist und die gute Stimmung aller Beteiligten motivieren mich, alles zu tun, um für unser künstlerisches Team optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen, sozusagen den «roten Teppich» auszurollen.

Trotz vielen Freiwilligen und viel Herzblut – wie finanziert man ein solches Projekt?

Die Finanzierung läuft grösstenteils über das OK Morgarten 2015. Die Sponsorensuche zugunsten von Kulturanlässen im jetzigen wirtschaftlichen Umfeld wird immer schwieriger. Die Kantone Schwyz und Zug finanzieren über den Lotterie-Fonds einen wesentlichen Teil. Es werden keine Steuergelder beansprucht. Auch das Bundesamt für Kultur unterstützt uns mit einen namhaften Betrag. Ausserdem können wir auf Sponsoring-Beiträge von Stiftungen, Firmen und Privatpersonen zählen. Selbstverständlich arbeiten alle Team-Leitungsmitglieder im Vergleich mit der Privatwirtschaft zu bescheidenen Löhnen, aber mit Herzblut und vollem Engagement.

Was erwartet die Zuschauer? Ist das Stück eher unterhaltend und lustig? Ernst und zum Nachdenken anregend? Oder auch voller Action und brutal? Es geht ja um eine Schlacht. Ist es auch für Familien und Kinder geeignet?

Das Publikum soll einen kurzweiligen und unterhaltenden Abend geniessen. Freilichttheater lebt von grossen Bildern, von der Landschaft, vom Gesamterlebnis. Viel Livemusik und auch Videoeinspielungen, extravagante Kostüme und eine riesige Spielarena sollen das Publikum dazu verführen, in die Geschichte einzutauchen.

Etwas sei deutlich verraten: Wir spielen keine Schlacht nach, die Grundgeschichte spielt heute und zeigt aber auch Szenen von damals, so wie wir sie uns vorstellen. Das Stück eignet sich für Kinder ab 10 Jahren.

«Morgarten – der Streit geht weiter» vom 7. August bis 12. September 2015, Tickets bei ticketcorner.ch

Produktions-Website morgartenspektakel.ch

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